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Adena Halpern – Die zehn besten Tage meines Lebens

Schon früher gab es oft brenzlige Situationen, in denen ich dachte: „Es muss so etwas wie ein Leben nach dem Tod– einen Himmel, wie auch immer geartet – geben, denn ohne eine ganze Batterie von Schutzengeln hätte diese Situation eigentlich ganz anders ausgehen müssen!“ Mit Kind haben sich diese Momente noch deutlich gehäuft. Das letzte Mal war es, als meine Kleine – gerade oben auf der Rutsche angekommen – wie ein Brett rückwärts wieder hinunterfiel, kaum dass ich meine Hände von ihrem Rücken genommen hatte. Wie ein Käfer auf dem Rücken lag sie da, fing jedoch nach einer kurzen Schrecksekunde sofort an zu lachen und rief: „Mama, mehr!“ Ich dankte allen meinen mittlerweile verstorbenen Verwandten und Bekannten, dass sie in dem Moment ein Auge auf meinen kleinen Wildfang geworfen haben, dass nicht mehr passiert war – im Gegenteil, es schien ja sogar Spaß gemacht zu haben….

Alex erfährt mit nicht mal dreißig Jahren, dass es einen Himmel tatsächlich gibt. Durch die sich auslösende Verstopfung ihres Hundes muss sich Alex nachts um 4 Uhr – gerade erst ins Bett gekrochen – noch mal nach draußen bemühen, um mit dem Tier Gassi zu gehen. Dem heranrasenden Auto können beide nicht mehr rechtzeitig ausweichen. Ihre beste Freundin versteht nicht, dass ihr „dicker Hintern ausgerechnet den Aufprall mit einem Mini Cooper nicht abwehren“ konnte.

Obwohl Alex zunächst mit ihrem Schicksal hadert, so jung gestorben zu sein, ist sie bald versöhnt. Schon in der Schlange vor den Himmelstoren lernt sie einen netten, jungen Mann kennen – etwas, was sie auf der Erde nicht wirklich hinbekommen hat. Die Pforten des Jenseits durchschritten, wird sie sogleich von ihren Großeltern, sowie ihrem Onkel in Empfang genommen. Sie erklären ihr, wie das Leben im Himmel – dem 7. Himmel wohlgemerkt – funktioniert. Haare frisieren sich von selbst, im Kühlschrank steht immer genau das, was Alex sich gerade zu essen wünscht und ihr Kleiderschrank ist voll mit den aktuellen (Schuh- und Kleider-) Kollektionen der größten Designer unserer Zeit. Dass Kalorien zählen nicht nötig ist und Cellulitedellen nur noch eine Erinnerung sind, muss ich nicht erwähnen. Es ist der siebte Himmel!

Doch es gibt einen Haken. Einige Entscheidungen, die Alex auf der Erde getroffen hat, lassen die Entscheidungsträger des Himmels daran zweifeln, ob Alex den siebten Himmel wirklich verdient hat. In einem Aufsatz über die 10 besten Tage ihres Lebens muss sie beweisen, dass sie in dieser Ebene absolut richtig ist. Ansonsten müsste Alex noch mal umziehen in den vierten Himmel, indem es nur die Vorjahreskollektionen der Designer gibt, sie wieder selbst einkaufen muss und Cellulite durchaus wieder ein Bestandteil ihres Lebens im Jenseits werden kann.

Kann Alex es schaffen, das Himmelsgremium von sich zu überzeugen? Kann sie so vielleicht sogar etwas über sich und ihr irdisches Leben bewusst werden?

Der Grundgedanke von „Die zehn besten Tage meines Lebens“  ist wundervoll! Schon oft wurden der Himmel und das Leben im Jenseits bereits in anderen Werken aufgegriffen, doch in noch keinem – zumindest keinem, das ich kenne – ging es dabei um verschiedene Ebenen. Die Vorstellung, selbst im Himmel eine Art „Karriereleiter“ zu haben, beflügelt dazu, sich sogleich über sein Leben Gedanken zu machen. Wenn schon nicht im Diesseits, fände ich ein ganzes Zimmer voller Schuhe und Designerklamotten ausgesprochen anziehend. Durch den lockeren, unverkrampften, witzigen Stil liest sich das Buch super flüssig und schenkt einem unterhaltsame Stunden.

1 Kommentar

  1. Felix
    Felix 31. Juli 2012

    Hallo,
    dieses Buch ist wirklich wundervoll. Ich habe es mir nur gekauft, weil ich den Grundgedanken derart bezaubernd fand. Allerdings bin ich dann sehr positiv überrascht worden. Das Buch ist sehr leserlich geschrieben und überzeugt durch einen wundervollen Inhalt.
    Danke für den Tipp!
    Liebe Grüße

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