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Charlotte Link – Der Verehrer

Wie unvorstellbar ist folgendes Szenario: man geht nichts Böses ahnend die Straße entlang und wird plötzlich Zeuge eines Selbstmordes. Schrecklich!

Leona macht diese grauenvolle Erfahrung. Eine junge Frau stürzt sich direkt vor ihr in den Tod, ihre letzten Worte an jemanden richtend, den sie noch nie zuvor in ihrem Leben gesehen hat. Leona versucht, mit diesem traumatischen Erlebnis fertig zu werden, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Ihren Mann sieht sie darin als ihre wichtigste Stütze, obwohl dieser ihr eigentlich nur sagt, sie müsse einfach darüber hinwegkommen, einfach nicht mehr daran denken. Bis zu dem Tag, an dem er ihr noch sagt, dass er sie verlässt. Sie hätte sich so verändert, sei nicht mehr die Frau, die er geheiratet hätte und überhaupt hat er eine neue Freundin. Vorher schon nicht mit dem besten Selbstbewusstsein ausgestattet, ist Leona nun komplett verunsichert.

Danke auch! Hier war der Punkt, an dem ich mal eben der gesamten Männerwelt eine reinhauen wollte. Gott sei Dank ist es ja nur ein Buch – auch wenn wir alle wissen, dass es solche Exemplare gibt. Aber dies ist ein anderes Thema.

Kurz nach dem Tod der Selbstmörderin lernte Leona deren Bruder Robert kennen. Die beiden verbindet das gleiche Trauma, sollte man meinen, wenn auch auf komplett verschiedene Arten.

Sie werden Freunde, bis Leonas Mann sich von ihr trennt. Ab dem Moment scheint sich eine tiefere Verbindung zwischen den Zweien zu entwickeln. Aber kann eine Beziehung, – aufgebaut auf einer Extremsituation – wirklich Glück versprechend sein? Dieser Frage standen schon Keanu Reeves und Sandra Bullock in ihrem Film „Speed“ gegenüber.

Ich habe lange drüber nachgedacht, wie ich „Der Verehrer“ finde. Daher hab ich die Rezension für dieses Buch erst Tage nach Beendigung geschrieben. Ehrlich gesagt, kann ich nach wie vor keine klare Stellung dazu beziehen:

Phasenweise zieht sich das Buch wie ein kleiner Stadtbach seicht und sanft dahin, nur um dann ziemlich an Fahrt zu gewinnen und es plötzlich richtig spannend werden zu lassen.

Es ist nicht das beste Buch der Autorin, aber es ist besser als „Die Sünde der Engel“.

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