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Charlotte Link – Wilde Lupinen

Jeder, der unseren Blog genauer verfolgt, weiß, dass ich Bücher mag, bei denen ich geschichtliche Ereignisse in Form eines unterhaltenden Romans näher gebracht bekomme. „Wilde Lupinen“ ist mal wieder ein wunderbares Beispiel dafür!

Dreh- und Angelpunkt des Buches ist die Familie um Felicia im Deutschland von 1938. Sie lebt und arbeitet in München, aber ihr Herz hängt an dem ostpreußischen Gut in Lulinn, wo sich regelmäßig die Familie trifft. Zum Beispiel zur Hochzeit ihrer Tochter Belle, die danach mit ihrem Mann Max nach Berlin geht, um dort ihrer beider Schauspielkarrieren voran zu treiben.

Felicia selber konzentriert sich aber voller Elan auf ihre Firma und ist dabei blind für die Entwicklungen der damaligen Zeit. Als ihr jüdischer Geschäftspartner sich von ihr in die Schweiz ins Exil fahren lässt, hält sie das für übertrieben. Als ihr Ex-Mann, in dessen Haus sie nach wie vor lebt, aus Amerika kommt, um nach dem rechten zu sehen, schüttelt sie nur abwehrend den Kopf. Dass ihre Tochter Susanne plötzlich einen SS-Mann heiratet findet sie doof, aber nebensächlich. Doch mit der Zeit kann auch Felicia nicht mehr die Augen vor der Realität verschließen. Der Krieg kommt und macht auch nicht vor der Familie um Felicia Halt.

Wer kann dem Krieg standhalten? Wer ihn überleben? Welche Opfer muss die Familie bringen, um zu überleben?

„Wilde Lupinen“ ist ein wunderbarer Roman, der gleichzeitig einen wirklich tiefgründigen Einblick in die damalige Zeit bietet und in dessen Fall nicht mal die genauen Jahreszahlen stören, sondern sich wunderbar als unaufdringliche Zusatzinformation einschmiegen. Absolut genial. Da ich es zu spät gemerkt habe, dass es sich hierbei um den zweiten Teil einer Trilogie handelt, werde ich mir den ersten Teil nun auch noch holen. Auch hierfür einen großen Glückwunsch an die Autorin, die es schafft, einen zweiten Teil so gut zu schreiben, dass der Leser nicht mal merkt, dass es eine Fortsetzung ist….

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