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Daniel Bielenstein – Zwei Singles zu Dritt

Sollte man mit einem Partner zusammenbleiben, weil aus dieser Verbindung ein Kind entstanden ist? Früher galt die Devise, dass geheiratet werden muss, sobald ein Techtelmechtel mit einer Schwangerschaft endete. Egal, ob man sich liebte oder nicht, man war nun verheiratet, bekam sein „8-Monats-Baby“ und blieb „…bis dass der Tod Euch scheidet.“ Heute nimmt man auf Kinder keine Rücksicht, sondern trennt sich, wenn die Beziehung nicht mehr glücklich ist. Doch was ist der richtige Weg? Gibt es überhaupt einen? Ich bin der Meinung, dass egal ob als getrenntes oder gemeinsames Elternpaar: das Kind sollte unter keiner Situation leiden müssen. Ich glaube, ein Kind, das in einer Familie aufwächst, dessen Eltern sich eigentlich nicht mehr riechen können und nur geheiratet haben, weil ein Kind kam, unter Umständen unglücklicher ist, als ein Kind, das zwei fürsorgliche, liebevolle Eltern hat, die jedoch nicht mehr zusammen leben. Patchwork ist in unserer Zeit ein großer Begriff. Das bedeutet viele Kompromisse und Organisation, kann aber klappen, sofern das Kind nicht zum Spielball irgendwelcher Machtkämpfe wird.

Marks Leben könnte so schön sein. Mit seiner ehemaligen Kollegen hat er eine recht erfolgreiche Agentur gegründet, er hat gute Freunde und sieht an sich nicht schlecht aus. Trotz allem ist er jedoch nicht glücklich. Der Grund dafür ist, dass er seinen Sohn Luka seit ganzen drei Monaten nicht mehr gesehen hat und auch davor nur sporadisch – wenn es in die willkürlich gewählten Pläne seiner Ex-Freundin passt.

Diese sieht nämlich die Besuche von Sohn beim Vater eher als Rachepotential, denn als – sogar gerichtlich verbrieftes – Recht eines Mannes, Teil am Leben des eigenen Kindes zu sein auch wenn er sich nicht für die Frau entschieden hat.

Obwohl ihm das phasenweise Abtauchen der Mutter seines Sohnes bereits bekannt ist, war es bislang nie so lange gewesen und er macht sich. Will sein Sohn ist nicht mehr sehen? Geht es seinem Kind überhaupt gut? Was passiert gerade im Leben des kleinen Jungen? Hat er ihn vielleicht schon vergessen? Mit der Zeit macht er sich zunehmend Sorgen und überlegt, erneut juristische Schritte einzuleiten. Von seinem problemhaften Privatleben komplett eingenommen merkt er nicht, wie sehr er damit seine berufliche Zukunft gefährdet und auch die Freundschaft zu seiner – beruflichen – Partnerin.

„Zwei Singles zu Dritt“ ist ein netter, leichter Roman über ein schweres und trauriges Thema. Nämlich, dass Kinder immer die Leidtragenden einer gescheiterten Beziehung sind, wobei es bei allen Problemen möglich sein sollte, diese zum Wohle der Kinder in einem zufrieden stellenden Kompromiss zu lösen. Das Thema ist überaus interessant und verdient durchaus einen noch tieferen Einstieg, aber Bielenstein hat mit diesem Werk einen guten Einstieg gefunden.

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