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David Safier – Mieses Karma

Als ich auf der Suche nach meinem Hochzeitskleid war, beschloss ich sehr bald, mir mein Kleid nicht zu leihen, sondern in den sauren Apfel zu beißen und diese doch recht stolze Summe aufzubringen, und mir ein Niegel-Nagel neues Kleid zu kaufen. Zu groß wurde meine Angst vor einem schlechten Karma im Kleid – ich konnte ja nicht wissen, wie die Ehe der „Vorgänger-Braut“ verlief. Aber was genau ist eigentlich Karma? Der Glaube an „das Karma“ beschreibt das spirituelle Konzept, dass jede Handlung, die wir in unserem Leben tun, eine Konsequenz zur Folge hat. Gute Handlungen bewirken gutes Karma und sollen so ein besseres Leben – sofort oder in einem späteren Leben – zur Folge haben. Negative Taten sollte man sich demzufolge gut überleben, will man nicht im nächsten Leben z.B. als Ameise wieder geboren werden.

Kim Lange ist eine erfolgreiche Fernsehmoderatorin. Für ihren Erfolg nimmt sie viel in Kauf: wenige Freunde, viele Termine und vor allem wenig Zeit für ihre Familie. Ihre Tochter muss immer wieder hinnehmen, dass etwas anderes wichtiger ist als sie und die Ehe mit ihrem Mann läuft ebenfalls nur noch selten ohne Streit ab.

An dem Tag, an dem sich Kims größter Traum – den deutschen Fernsehpreis verliehen zu bekommen – erfüllt, stirbt sie und muss erkennen, dass es tatsächlich etwas nach dem Tod gibt. Allerdings etwas anderes als sie erwartet hätte. Aufgrund ihres egoistischen und selbstgefälligen Lebensstiles hat sie jede Menge schlechtes Karma gesammelt und der Weg ins Nirwana – oder zum Himmel – wurde ihr verwehrt. Bevor sie dorthin kommt muss sie sich bzw. ihr Leben und ihre Einstellung ändern.

Kim steht ein langer Weg bevor, der zunächst im Körper einer Ameise beginnt. Schnell erkennt sie nun, worum es wirklich im Leben geht und wie sehr sie vor allem ihre Tochter vermisst. Nun wird ihr auch erst bewusst, wie sehr sie ihren Mann und ihr Kind liebt. Doch wie soll es nun weitergehen? Und wie kann man als Ameise wirklich Karma sammeln, um auch als Tote in der Nähe seiner Familie bleiben zu können?

„Mieses Karma“ ist zum Totlachen. Wer jedoch zu wenig gutes Karma gesammelt hat, sollte erst noch mal schnell sein Leben überdenken und ein paar gute Taten in seinen Alltag einbauen, um nicht wie Kim als Ameise sein nächstes Leben starten zu müssen. Ich glaube, ich wäre gerne eine heiß geliebte Hauskatze in einem Haushalt mit Kindern – über 4 Jahre – die mich den ganzen Tag streicheln, verwöhnen und bespielen, sofern ich nicht schlafe oder esse.

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