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David Safir – Plötzlich Shakespeare

„Romeo und Julia“ ist wohl die berühmteste Liebesgeschichte der Welt. Ich denke, es gibt niemanden, der nicht schon von dem Drama um die zwei Jugendlichen gehört hat, deren Liebe am Ende tödlich endet. Das Ganze ist umso faszinierender, wenn man bedenkt, dass das Werk kein Blockbuster der Neuzeit ist, sondern ein Klassiker aus dem Jahre 1595, geschrieben von dem englischen Dramatiker, Lyriker und Schauspieler William Shakespeare. Seine Werke zählen wohl zu den bedeutendsten der Weltliteratur. Wie unglaublich wäre es, einem Mann wie Shakespeare begegnen zu können, geschweige denn sich in ihn hinein versetzen zu können, um zu erfahren, wie er an die dramaturgischen Ideen seiner genialen Werke kam.

In Safirs neuestem Roman bekommt die Protagonistin tatsächlich diese Möglichkeit – auch wenn ihr das im ersten Moment ganz und gar nicht gefällt.

Rosa will alles tun, um die Hochzeit ihres Ex-Freundes mit seiner neuen Freundin zu verhindern. Sie ist fest davon überzeugt, dass er ihre große Liebe ist und dass er die andere heiratet, weil er ihr einen Fremd-Kuss nicht verzeihen kann. Sie glaubt jedoch, ihn im letzten Moment von ihrer kosmisch-amourösen Zusammengehörigkeit zu überzeugen.

Ihr bester Freund will sie stattdessen auf andere Gedanken bringen und nimmt sie mit in eine Zirkusveranstaltung in der Rosa auf einen Hypnotiseur trifft. Nach einem Gespräch möchte dieser Rosa mit einer Rückführung in eines ihrer vorherigen Leben  zurückversetzen. Sie muss erkennen, was es mit der wahren Liebe auf sich hat, denn nur diese Erkenntnis kann sie zurück in die Gegenwart holen.

Als Rosa wieder aufwacht, wurde ihre Seele in ihr „ICH“ des 16. Jahrhundert zurückgeführt – in niemand anderen als den berühmten William Shakespeare. Nicht nur, dass sich Rosa plötzlich in einem Männerkörper befindet, sie steckt auch umgehend in mehreren politischen und gesellschaftlichen Komplotten aus denen sie sich herauswinden muss, um zu überleben und nicht auf dem Schafott zu landen. Als ob das nicht noch alles genug wäre hört sie den immer noch anwesenden Shakespeares in ihren Gedanken mit ihr reden, dieser jedoch hört sie nur, wenn sie auch wirklich laut spricht.

Durch politische Komplotte ständig mit einem Fuß im Grab, durch vermeintliche Selbstgespräche mit dem anderen halb in der Psychiatrie – wie soll sich die arme Rosa da auf den Kern der wahren Liebe – und somit auf die Rückkehr in ihr Zeitalter – konzentrieren?

Mit „Plötzlich Shakespeare“ beweist Safier mit seinem dritten Roman, dass ihm die Ideen nicht ausgehen auf charmante, skurrile und gleichzeitig aberwitzigen Weise in romanhafter Art Lebensweisheiten unters Volk zu bringen. Das Buch zeigt mal wieder, dass sich mit einer Prise Humor am schönsten übers eigene Leben nachdenken – und dabei lernen – lässt.

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