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Doris Dörrie – Happy


Was macht eine gute Beziehung aus? Was ist das Geheimnis einer langen und vor allem glücklichen Ehe oder Beziehung? Ist es das einander kennen? Das Vertraute, das eindeutige Erkennen von Anzeichen, was derjenige gerade denkt und fühlt? Oder ist es eher das Gegenteil, das Unbekannte? Nämlich nicht alles vom anderen zu wissen, nicht jedes zucken der Lippen deuten zu können und so bei einem an sich vertrauten Menschen trotzdem immer ein wenig Geheimnis, etwas Fremdes zu wittern? Oder ist Geld der Garant für eine stabile Beziehung? Und dann in welcher Form: es zu haben oder es gerade NICHT zu haben?

Tiefgründige Fragen, die auch Doris Dörrie in ihrem Drama „Happy“ aufgreift. Emilia und Felix haben sich vor einiger Zeit getrennt. Glücklicher sind sie dadurch nicht geworden. Nur einsamer. Gemeinsam fahren sie jedoch zu einem Abendessen mit zwei alten befreundeten Paaren: die einen nach langjähriger Beziehung soweit eigentlich noch glücklich miteinander, die anderen schon in einer offensichtlichen, aber noch nicht ausgesprochenen Ehekrise, laut ihr aufgrund des mittlerweile erzielten Reichtums. Nach ihrer Meinung verbietet ihnen dieser  einengende Reichtum, irgendwie Freunde einzuladen und dann Pizza zu bestellen, wobei er sie gleichzeitig zu angebenden Snobs macht, sobald sie Kaviar und Champagner servieren.

Beim Essen dann erzählt Emilia, dass Versuchsreihen gezeigt haben, dass selbst jahrelang verheiratete Paare sich im Dunkeln nicht erkennen. Eine gewagte Theorie, die sofort die vermeintlich glücklichen Ehepartner auf den Plan ruft und das Spiel beginnt. Werden die Eheleute die jeweiligen Partner erkennen? Und wenn nicht, was sagt das über die Beziehung der einzelnen aus?

„Happy“ ist ein unglaublich ironisches Werk. Die Stunde, in der man sich das Stück bis aufs Äußerste amüsiert zu Gemüte führt vergeht viel zu schnell. Trotz aller Erheiterung ist es aber doch sehr interessant, wie man gleichzeitig anfängt über sich selbst, die eigene Beziehung und Beziehungen im Allgemeinen nachzudenken.

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