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Dr. Josephine Chaos – Dann press doch selber, Frau Dokta!

Vor Kurzem mussten wir mit unserer Kleinen ins Krankenhaus – Platzwunde an der Stirn. Da der Unfall ungefähr zwei Minuten vor dem Schlafengehen passierte, war es mittlerweile 20:30 Uhr als wir dort ankamen.

In der chirurgischen Ambulanz war das Wartezimmer voll. Trotz allem wurden wir bereits zwei Minuten später aufgerufen. Auf unsere erfreute – aber auch verwirrte Nachfrage – erklärte uns die Schwester, dass unsere Maus absoluten Vorrang habe, da es 1. spät für die Motte sei, man 2. sehe, dass sie tatsächlich etwas habe und 3. es ein Notfall sei. Alle anderen Patienten seien Fälle à la: „Ich habe schon seit einer ganzen Woche schlimme Schmerzen und jetzt halte ich es einfach nicht mehr aus“. Ich konnte ihren Unmut verstehen: die Nachtbesetzung ist deutlich kleiner besetzt als tagsüber und es ist ärgerlich, wenn dann die Notaufnahme voll von Leuten ist, die bis dato einfach keine Lust hatten, zum Arzt zu gehen.

Man kann sich demnach gut vorstellen, was die Ärzte – als auch das Pflegepersonal – in den Krankenhäusern manchmal so alles erleben und mitmachen, während sie Tag und Nacht ihre Schichten absolvieren müssen.

Urkomisch beschreibt die Autorin genau diesen turbulenten Klinikalltag mit Hilfe ihrer gleichnamigen Protagonistin Dr. Josephine Chaos. Diese ist zwar keine Chirurgin, hat aber als Gynäkologin ebenfalls alle Hände voll zu tun – z.B. als sie als einzig anwesende Gynäkologin in ihrer Nachtschicht plötzlich mehrere Geburten meistern muss, keine unkompliziert nach Lehrbuch verlaufen will und selbst die Hebammen nervös werden.

Die an sich sowieso schon witzigen Episoden werden noch komischer, da die ambitionierte Ärztin selbst zum vierten Mal schwanger ist und eigentlich gar nicht mehr arbeiten dürfte. Doch von einer ruhigen entspannten Schwangerschaft ohne ihre geliebte Arbeit hält sie auch nicht viel…

„Dann press doch selber, Frau Dokta“ macht einfach Spaß zu lesen und man bringt doch eine gehörige Portion Verständnis für unser Krankenhauspersonal auf. Als ich mich vor wenigen Tagen für die Geburt unseres Kindes im Krankenhaus angemeldet habe, bekam ich durch ein wenig Verständnis für den Stress der Schwestern fast schon eine Vorzugsbehandlung – und das obwohl ich mich auf eine einstündige Wartezeit mit einem guten Buch präpariert hatte.

1 Kommentar

  1. Sandra
    Sandra 16. März 2014

    Ah, danke für die Erinnerung 😀 Bin gerade beim ziellosen Surfen über die Rezension gestolpert und dachte spontan an die Zeit vor meinem kleinen Sohn, als ich Josephines Blog noch regelmäßig las. 🙂 Dann kam die Schwangerschaft und irgendwie konnte ich erst nicht mehr lesen, danach wurde mir ständig schlecht.

    Das Buch hatte ich schon mal in einer Vorschau gesehen, aber immer vergessen, auf meinen Wunschzettel zu setzen – jetzt hab ich es mir gleich gekauft. 🙂
    Und jetzt geh ich erstmal wieder Blog lesen. Gibt ja seit 2012 so einiges nachzuholen, auch wenn der letzte Eintrag schon von Mai 2013 ist 🙁

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