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Eva Stachniak – Die Zarin der Nacht

Kennt ihr das? Zwei in eurem Bekanntenkreis haben sich gestritten und ihr wollt wissen, wieso. Ihr geht also zur ersten Person und findet, das diese durchaus ein Recht darauf hat, verärgert zu sein.   Ihr wollt den anderen zur Rede stellen und findet aber, dass dessen Version ganz anders klingt und versteht auch dessen Verärgerung. So ungefähr empfinde ich es auch mit den zwei Werken von Frau Stachniak: „Der Winterpalast“ im Vergleich zu diesem Buch. Als die Zarin aus einem anderen Blickwinkel beschrieben wird wirkt sie verloren, doch nun aus ihrer Sicht geschrieben, ist sie ein Vorbild für Selbstbewusstsein.

Russland, November 1796: Zarin Katharina bricht in ihrem Zimmer zusammen. Während sie ihre letzten Stunden verlebt, zieht ihr Leben sozusagen nochmal an ihr vorbei. Was geschah nach ihrer Machtübernahme kurz nach dem Tod der Zarin Elisabeth? Wer waren ihre Gehilfen? Man erfährt, wer ihre Verbündeten waren und wie sie sich die Gunst wichtiger Leute sicherte; das pompöse, sowie ansteigende Leben einer Frau, die ihr Leben in den Dienst des russischen Volkes gestellt hat und welche Opfer sie dafür leistete.

Das Spannende an „Die Zarin der Nacht“ ist der krasse Perspektivwechsel zum „Winterpalast“, der für mich ein ganz anderes Bild der Kaiserin gemalt hat. Unsicher, teils unbeholfen, auf Hilfe angewiesen. „Dienerin der Nacht“ ist dann direkt aus der Sicht der Kaiserin Katharina II erzählt, die sich stets ihren Handlungen bewusst war und wusste, wen sie wie auf ihre Seite ziehen konnte.

Den Schreibstil jedoch empfand ich dieses Mal als sehr anstrengend. Im Gegensatz zum Vorgänger, las es sich sehr abgehakt, und oft viel es mir schwer, diesen „ich deute etwas an und führe es aber nicht detailliert aus“-Stil etwas ermüdend. Es führte dazu, dass ich dazwischen noch etwas anderes las, weil ich hierauf oft keine Lust hatte, was wiederum dazu führte, dass ich mich beim Weiterlesen nicht mehr so gut an alles erinnern konnte, was vorher passiert war.

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