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Ferdinand von Schirach – Tabu

Der Klappentext las sich wie das Non plus Ultra der Bestsellerliste. DAS Buch, das man wirklich gelesen haben sollte. Lauter perfekte Kritiken, die nichts über den Inhalt aussagten, aber versprachen, dass es der reinste Lesegenuss werden sollte. Ich konnte nicht widerstehen, denn nur „wenigen Schriftstellern gelingt es, ihre Besessenheit so intelligent und zugleich spannend in Literatur zu verwandeln wie F. v. Schirach.“ (Focus) Ich war neugierig, was mich da erwartete.

Sebastian von Eschburg findet seinen Vater, nachdem dieser sich erschossen hat. Mit seiner Mutter kann er keine Beziehung aufbauen und später mit seinem Stiefvater erst recht nicht. Von denen bekommt er aber im Internat auch nicht viel mit.

Als Erwachsener findet er seine Erfüllung als Foto- und Videoinstallationskünstler und spezialisiert sich dabei auch auf eine sehr provokative Weise.

Doch dann wird er plötzlich des Mordes an einer jungen Frau bezichtigt und bittet den gesundheitlich angeschlagenen Anwalt Biegler um Hilfe. Dieser hatte eigentlich versprochen sich beruflich zurück zu ziehen, aber die Faszination des Falles zieht ihn doch wieder zurück in den Gerichtssaal.

Es stimmt: der Schreibstil von „Tabu“ ist super. In dieser Hinsicht kann ich allen Kritiken voll zustimmen: „eiskalte, mühelose Sprache“ (The Observer), „ein Buch, das aus lauter klaren Sätzen besteht, die schlank sind..“ (Spiegel). Aber hinsichtlich der Story hab ich lange gewartet, worauf das Ganze jetzt hinaus will. Und als es dann zu Ende war, dachte ich nur: „Aha!“ Mehr konnte ich dazu nicht sagen – und kann es auch jetzt noch nicht wirklich. Vielleicht war die Erwartungshaltung falsch, aber zusätzlich zu dem klaren Stil hat mir etwas an der Handlung gefehlt.

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