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Fiona Neill – Alles so weit im Griff

Mütter sind diejenigen unter uns, über die die meisten Vorurteile und Klischees kursieren. Und was ich mittlerweile absolut bestätigen kann: es gibt keine Mutter, die nicht irgendein Klischee bedient. Da gibt es die Mütter, deren Kinder möglichst schon von Geburt an musikalisch, mathematisch, sprachlich früh erzogen werden, die Mütter, deren Selbstwertgefühl nur dadurch gesteigert oder gehalten werden kann, wenn ihre Kinder alles besser machen als die anderen oder die Mütter, bei denen das Chaos regiert. Dazwischen gibt es natürlich auch zig „normale“ Mütter, die ihre Kinder fördern, ohne sie zu überfordern und es einfach genießen Zeit mit ihnen zu verbringen.

Lucy Sweeney hat für jedes Klischee einen Namen. Da gibt es zum Beispiel Alpha Mum, die immer alles besser weiß, alles korrekt und perfektionistisch handhabt und ihre Kinder mit äußerster Disziplin erzieht, fördert und gefördert wissen will. Oder die trendige Yummy Mummy, die ihre Kinder vor allem von Nannys erziehen lässt, während sie sich um ihren Look kümmert. Am besten jedoch versteht sie sich mit Sexy-Hausmann-Dad, der als Schriftsteller zu Hause arbeitet und so gut die Kinder versorgen kann, während seine Frau im 16 Stunden-Tag fest hängt.

Da Lucys Mann gerade als Architekt einen großen Auftrag in Mailand ergattert hat und Lucy nun oft auch mit den drei Kindern alleine da hängt, nehmen die harmlosen Fantasien über Sexy-Hausmann-Dad immer konkretere Züge an. Beide sind sie in ähnlichen Situationen: irgendwie allein gelassen mit einem Haufen wilder Kids in einem immer gleich scheinenden Alltag.

Damit ist die Geschichte soweit eigentlich schon erzählt. Geschmückt wird das Ganze nur von den vielen Chaosaktionen, die das Buch ausschmücken sollen: vom verschimmelten Brot in Lucys Tasche, dem total verdreckten Auto, das einfach mal eben als Kunstobjekt dargestellt wird, dem Sohn, der in den Mülleimer pinkelt etc.

„Soweit alles im Griff“ macht sich alle Vorurteile über Mütter zu Nutze und nudelt sie bis ins Platteste aus. Die Story ist flach und die „Missgeschicke“ sind so übertrieben – und so viele – dass es absolut unglaubhaft wirkt. Am Ende war ich wirklich genervt! Es war der absolute Overkill an: „ich will ein witziges Buch schreiben und packe auf jede Sache ein möglichst lustiges Ereignis“. Manchmal ist weniger einfach mehr. Gerade auch beim Humor. Ich gebe nur deshalb nicht „ROT“, weil ich an der einen oder anderen Stelle dann doch lachen musste. Wir wollen ja trotzdem fair bleiben….

1 Kommentar

  1. Veronika
    Veronika 17. Mai 2012

    Hallo, erst dachte ich „Alles soweit im Griff“ sei etwas für mich, weil ich auch Mutti bin und mit gerne identifiziere aber wenn der Humor gen … jetzt fällt mir der Berliner Comedian nicht ein den alle so toll finden, dann würde mich das Geld für das Buch ebenso ärgern. Eine sehr schöne Seite!! LG Vroni.

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