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Frank Schätzing – Mordshunger

Ich bin kein Fan von Rindfleischgerichten – abgesehen von einem guten, saftigen Steak, medium gebraten, mit Bohnen, einer riesigen Ofenkartoffel mit Sour Cream und einen Cesars Salad. Besuche im Steak House enden bei mir regelmäßig mit Bauchschmerzen wegen akuter Überfressung. Rouladen oder Sauerbraten stehe ich dagegen eher ablehnend gegenüber – abgesehen vom Sauerbraten meiner Schwiegermutter. Hier wird das Fleisch vorher einige Stunden in Buttermilch eingelegt. Das Fleisch hat einen grandiosen Geschmack und zerfließt wie Joghurteis auf der Zunge. Dazu die richtigen Beilagen und rolle ebenfalls mehr nach Hause, als dass ich fahre. Das Sauerbraten-Rezept aus dem Anhang von Schätzings „Mordshunger“ mit Rosinen, werde ich daher nicht nachkochen, hasse ich doch Rosinen noch mehr als traditionelle Rindfleischgerichte der Hausmannskost.

Dies ist nur eines der Rezepte, über die sich Kommissar Cüpper, der kulinarischste Kommissar Kölns – Gedanken macht, während er versucht den Mord einer reichen, erfolgreichen Society-Lady aufzuklären. Leugnet im Falle eines Verbrechens normalerweise das gesamte Umfeld, je auch nur irgendeinen bösen Gedanken für das Opfer gehabt zu haben, freuen sich in diesem Fall sämtliche Familienmitglieder richtiggehend darüber, dass sie endlich das bekommen hätte, was sie verdiene. Das schränkt den Kreis der Verdächtigen nicht wirklich ein: die Geschäftspartnerin, welches das Opfer loshaben wollte; die nicht beachtete Tochter, der Ehemann, der nur noch proforma Ehemann war. Nur der Doppelgänger des Ehemanns, der aus Sicherheitsgründen den erfolgreichen Geschäftsmann doubelt, scheint der Toten einigermaßen gewogen zu sein.

Doch hassen sich wirklich alle so wie sie sagen? Und wer hat wirklich was von dem Mord? Kann Cüpper, neben den neuesten Rezepten für Sauerbraten und anderen Köstlichkeiten hinter die Fassade dieses wirren „Gesellschaftsspiels“ kommen?

„Mordshunger“ ist ein Buch, das einen wirklich oft schmunzeln lässt, scheinen doch Restaurants, Rezepte oder Cognac-Jahrgänge – auf eine sehr unterhaltsame Art – teilweise wichtiger, als die Aufklärung des Falles. Wer also auf Spannung, Spaß & Schokolade steht, muss nur noch für die „zarteste Versuchung“ sorgen, dann hat er mit diesem Krimi alles beisammen.

3 Comments

  1. Larry
    Larry 22. August 2012

    Habe ja jetzt schon einige Schätzing-Bücher hinter mir, aber diese „Empfehlung“ ist mir neu. Jedoch ist eben Frank Schätzing durchaus dafür bekannt, dass er sich gerne und oft(seeehr oft) im Detail verliert. Entsprechend scheint es mir eben hier mit Essen und Rezepten zu sein. Stellt sich also die Frage, ob dies wirklich so lesenwert ist?

    Viele Grüße von der Leseratte…

  2. Raik
    Raik 11. November 2012

    Ich habe der Schwarm gelesen und war begeistert davon. Leider kommen nach meiner Meinung die anderen Bücher da nicht mit.

  3. Pamina
    Pamina 14. November 2012

    „Mordshunger“ find ich nicht vergleichbar mit „Der Schwarm“ und wenn man sich davon frei macht, find ich ihn anders als vieles und gut. Ich habe noch einige andere Schätzings im Regal und bin gespannt auf diese. Wobei „die dunkle Seite“ hab ich damals schon mal gelesen und meine, mich zu erinnern auch den sehr gut gefunden zu haben.

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