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Hetty van de Rijt, Frans X. Plooij – Oje, ich wachse


Ich habe „Oje, ich wachse“ kurz vor der Geburt unseres Kindes geschenkt bekommen. Es hieß, es sei DIE Bibel für das erste Jahr als Mutter.
Ich hatte schon das eine oder andere Buch gelesen bzw. angefangen und wieder weggelegt, weil mir die darin beschriebenen zu technisch vorkamen, zu wenig flexibel auf das jeweilige Kind und seine individuellen und situationsbedingten Bedürfnisse eingehend.
Kurz nach der Geburt fand ich viele Ratgeber auch einfach nicht umsetzbar. Tipps wie „Lassen sie ihr Kind auch einfach mal schreien“ kamen für mich einfach nicht in Frage. Diese Autoren haben definitiv noch nicht mit dem Organ unserer Tochter Bekanntschaft gemacht. Bei der U5 hat sich selbst die Kinderärztin die Ohren zugehalten.

Trotz meiner mittlerweile bestehenden Skepsis Ratgebern gegenüber nahm ich mir „Oje, ich wachse“ irgendwann mal zur Hand, da sich das Verhalten unserer Tochter von heute auf morgen so extrem verändert hatte, dass wir die Welt nicht mehr verstanden. Und siehe da: wir waren begeistert!!! So vieles von dem dort beschriebenen traf bei uns zu. Seitdem kann ich mich nur dem Chor der Mütter anschließen: „Oje, ich wachse“ ist die Bibel für alle Mütter mit Kindern im 1. Lebensjahr.

Es ist kein Ratgeber im Sinn á la: „Mach das so“ und „Mach dies so“. Es ist einfach eine Beschreibung dessen, was in unseren kleinen Mäusen vor sich geht. Es zeigt uns noch mal schwarz auf weiß, dass Babys alles erst lernen müssen: sehen, greifen, hören, schmecken und natürlich sich bewegen. Van de Rijt und Plooij erklären, wie und unter welchen Begleiterscheinungen sich Körper, Wahrnehmung und Fähigkeiten verändern.
Das schönste für mich waren jedoch die Zitate anderer Mütter. Wie oft mussten wir herzhaft lachen und sagten: „Genau wie bei uns“. Sehr beruhigend waren dann v.a. auch die Zitate, die einen denken haben lassen: „Oh wow, Gott sei Dank macht unsere DAS nicht“ oder „Wie schwer muss es eine Mutter haben, deren Kind in dieser Phase SO ist“.

Ich habe mir irgendwann sagen lassen müssen: „Es ist doch klar, dass Dein Kind in einer Phase steckt – in dem Alter stecken sie doch ständig in irgendeiner. Das muss man doch nicht ständig nachlesen.“

Ja, es stimmt. Kinder sind in dem Alter ständig in einer Phase. Wir waren aber oft nicht mehr sicher, was ist jetzt Phase und was ist UNSER Kind. War unser Kind das liebe, fröhliche Zuckerschnütchen, das man auch mal getrost 2 Minuten allein lassen konnte ohne gleich ein Schreikonzert in der Wohnung zu haben? Oder war es das dauerschreiende Wesen, das sich uns am liebsten in die Arme getuckert hätte.

In solchen Momenten war es unglaublich beruhigend mitzubekommen, dass dies alles normal ist. Und dass es auch noch schlimmer hätte kommen können. Es gibt einem die Hoffnung, dass alles wieder gut wird – irgendwann.

Ich bin sehr dankbar dieses Buch geschenkt bekommen zu haben und finde, es ist ein MUSS in jedem Erst-Baby-Haushalt.

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