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Janet Evanovich – Zweimal ist einmal zuviel


Wenn ich einmal sterbe, will ich verbrannt werden. Die Vorstellung, in einem Sarg liegend aufgebahrt, um tot nochmal begutachtet zu werden, finde ich extrem suspekt. Noch schlimmer finde ich den Gedanken, in die Erde hinab gelassen zu werden, um dort von Würmern, Spinnen und anderem Getier zerfressen zu werden. In der Bibel heißt es „Asche zu Asche. Staub zu Staub!“ Dem will ich später gerne Folgen leisten und mich wie die ursprünglichen Völker auch, verbrennen lassen. Wie ich finde, ist dieses Ritual sehr viel hygienischer, als über Jahre hinweg unter der Erde zu verrotten.

Stephanies Großmutter sieht das anders. Für die aufgeweckte Oma unserer tollkühnen „Kautionsdetektivin in Ausbildung“ ist es eine Art Hobby, die aufgebahrten Toten der Nachbarschaft noch mal im Bestattungsinstitut genau unter die Lupe zu nehmen, um daraus Rückschlüsse für ihre eigene Beerdigung ziehen zu können. Umso besser, dass Stephanies neuer Einsatz sie ständig in das Lieblingsbestattungsinstitut von Grandma Mazur führt, die sich dadurch schon selbst als professionelle Kautionsdetektivin fühlt.

Stephanie ist auf der Jagd nach Kenny Mancusco, der seinem – wohl ehemals – besten Freund ins Knie geschossen haben soll und dann nicht zu seiner Kautionsverhandlung aufgetaucht ist.

Auf der Suche nach ihm kreuzt ihr Weg mal wieder den von Joe Morelli, dem Polizisten, der ihr als 16-jährige die Unschuld geraubt hat und mit dem sie heute wieder ein eher verworrenes Berufs- und Privatleben teilt. Zuerst scheint es, dass Joe den Gesuchten nur als entfernter Vetter,  der den Cousin wieder auf die Rechte Bahn lotsen will, sucht. Doch als der angeschossene Freund als Leiche im Lieblingsbestattungsinstitut von Grandma Mazur aufgebahrt wird, aus dem nun plötzlich mehrere Leichen einzelne Körperteile verlieren, die dann bei Stephanie wieder auftauchen, scheint hier ein ganz anderes Kaliber an Verbrechen vorzuliegen. Stephanie muss unvermutet nicht nur sich, sondern auch ihre Familie schützen.

Auch im zweiten Teil der Plum-Reihe „Zweimal ist einmal zuviel“ macht es wieder riesigen Spaß, der „Krimi-Heldin in Ausbildung“ bei ihren Abenteuern beizuwohnen. Wie auch im Debüt, stolpert sie amüsant und tollpatschig erneut in die hoffnungsvollsten Situationen, den Gesuchten schnell abzugeben, nur um dann doch wieder die Spur zu verlieren. Irre komisch und dabei trotzdem spannend. Ich freu mich schon auf Teil Drei, der bereits auf dem Nachtkästchen bereit liegt.

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