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Janet Evanovich – Vier Morde und ein Hochzeitsfest

Ich gebe zu, Geduld hat noch nie zu meinen Stärken gezählt. Nachdem ich Evanovichs „Eins, zwei, drei und Du bist frei“ gelesen hatte, nahm ich mir fest vor, eine ausgedehnte Plum-Pause einzulegen, damit ich länger etwas von der ganzen Reihe und nicht sofort alles gelesen habe. Doch dann konnte ich es einfach nicht mehr aushalten und habe mir den vierten Fall aus dem Bücherregal geschnappt in der Hoffnung, dass die Autorin noch viele weitere Fälle im Petto hat und uns noch lange Zeit mit Stephanie und ihren Abenteuern amüsieren wird. An irgendwas muss man ja glauben….

Und um das Beste gleich mal zuerst zu sagen: Ja, auch dieser Fall konnte erneut meine volle Begeisterung entfachen. Mittlerweile hat sich Stephanie mit ihrem Job als Kopfgeldjägerin angefreundet, doch – Pech für sie – blöderweise tauchen zurzeit alle, denen ihr Vetter die Kaution gestellt hat, auch bei ihren Verhandlungen auf. Da Stephanie jedoch nur eine Provision bekommt, wenn ein auf Kaution Verhafteter nicht bei der Verhandlung erscheint und sie ihn innerhalb einer gewissen Zeit wieder dem Gericht abliefern kann, ist sie zurzeit sowohl arbeitslos als auch pleite. In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an ihren Kopfgeldjäger-Lehrmeister Ranger und heuert bei ihm in seinem Team als Sicherheitsagentin an, wodurch sie es diesmal glatt schafft, der Autoexplosion eine Wohnungsexplosion vorausgehen zu lassen:

Doch auch hier besticht sie mit ihrem natürlichen Talent, immer in der richtigen Situation an der richtigen Stelle zu sein – und sei es am Boden.

„Wo hast Du eigentlich gesteckt, als auf ihn geschossen wurde?“

„Ich lag, alle viere von mir gestreckt, auf dem Boden. Es war weit über meine übliche Zubettgehzeit.“

Morelli grinste: „Nur, damit ich Dich richtig verstehe: Du bist deswegen nicht erschossen worden, weil Du bei der Arbeit eingeschlafen bist?“….

Nebenbei drängt ihre Familie sie noch dazu, sich auf die Suche nach ihrem seit einigen Tagen verschwundenen Onkel zu machen. Es scheint ein langweiliger Job zu sein, auf dessen Erfolg ihre Tante nicht mal sonderlich erpicht zu sein scheint, da ihr das Leben ohne den allseits bekannten Geizhals ganz gut gefällt.

So leicht, wie sie sich das vorgestellt hat, entwickelt sich die brotlose Sache für Stephanie dann nicht mal und als – mal wieder – ein Auto in die Luft fliegt –

„Das passiert immer mit ihren Autos,“ sagte Lula. „Sie explodieren. Aber ich muss Ihnen sagen, das war ihr Glanzstück. Zum ersten Mal hat sie einen Müllwagen zum explodieren gebracht. Einmal wurde ihr Wagen von einer Panzerabwehrrakete getroffen. Das war auch nicht schlecht, aber mit dem Theater hier nicht zu vergleichen.“

regt sich bei ihr der Verdacht, dass ihr Onkel in eine ziemlich dumme Sache hineingeraten ist.

Natürlich hat die Geschichte noch viele Nebenbaustellen, die auf keinen Fall fehlen dürfen: immer noch ungeklärt ist die „Beziehung“ zwischen Stephanie und Joe, die liebe Grandma Mazur knockt Stephanies Vater mit einem Schreckschußpistolenschuß kurzfristig außer Gefecht und als ob das nicht genug wäre, hat ihr Vetter / Boss Stephanie auch noch einen ungefährlichen, wenn auch sehr nervigen Kautionsflüchtigen als Untermieter bis zu dessen Verhandlung aufs Ohr gedrückt, da Stephanie ihm ziemlich unprofessionell die Tür demoliert hat, um ihn endlich – im 4. Anlauf – dingfest zu machen.

„Vier Morde und ein Hochzeitsfest“ ist einfach wieder nur genial. Lest es, lacht euch krumm und buckelig und seit den Tränen nahe – zuerst vor Lachen und später vor Traurigkeit, dass die 350 Seiten schon wieder viel zu schnell gelesen worden sind und das Buch zu Ende ist.

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