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Jilliane Hoffman – Vater unser

Ich gebe zu, „Vater unser“ lag schon eine Weile auf meinem Nachtkästchen als „Buch, das es verdient hat, noch mal gelesen zu werden, da es sich definitiv einen Platz in unserem Blog verdient hat“. Allerdings habe ich seit Monaten dann doch anderen Büchern den Vorzug gegeben. Büchern, die ich bis dato noch nicht gelesen hatte. Da der Stapel jedoch immer höher wird an Werken, die noch mal gelesen werden sollten, nahm ich mir nun doch den 3. Thriller von J. Hoffman vor und wusste gleich auf den ersten Seiten wieder, warum „Vater unser“ auf dem Stapel für „Nochmal zu lesen“ gelandet war.

Die zwei Polizisten, die nach dem eingegangenen Notruf zum Haus von Dr. David Marquette und seiner Familie geschickt werden, sind entsetzt von dem, was sie im Inneren des Hauses entdecken. Die drei Kinder ermordet, die Mutter bestialisch erstochen. Nur der Vater scheint verhältnismäßig glimpflich mit einem einzelnen Messerstich davongekommen zu sein. Zufall? Absicht? Immerhin ist er Arzt und weiß, wie er ein Messer zustoßen muss, um zwar verletzt zu werden, jedoch nicht daran zu sterben.

Der Fall ist eine große Nummer, die durch die Amerikanisch-Französische Staatsbürgerschaft des Täters / Opfers sogar politische Relevanz erhält. Kann die junge Staatsanwältin Julia Valenciano dieser Tragweite gerecht werden? Sie wird vom amtierenden Generalstaatsanwalt als zweite Anwältin zu dem Fall hinzugezogen. Ihre Aufgabe ist es, den Zeugen die tote Familie als Menschen – und nicht nur als Opfer – nahe zu bringen. Allerdings geht der Fall Julia generell sehr nahe, denn er reißt bei ihr alte Wunden auf.

Schnell merkt sie, dass hoch aufgerichtete Mauern in ihrem Erinnerungsvermögen einreißen und sie in einen Strudel ungewollter Vergangenheitsbewältigung gerät.

Kann sie noch objektiv – und auch effektiv – an einem so großen Fall mitarbeiten, wenn sie selbst so mit sich selbst beschäftigt ist?

„Vater unser“ packt einen von Anfang an und lässt einen nicht mehr los. Manchmal war ich versucht, tatsächlich das „Vater unser“ zu beten, da ich vor lauter Spannung schon keine Luft mehr bekommen habe. Mal wieder hatte ich zwei müde Tage durchzustehen, nachdem ich fast die gesamte Nacht durchgemacht habe, um das Ende nochmals zu erfahren.

1 Kommentar

  1. Lutz
    Lutz 31. Oktober 2012

    Ich hab mir das Buch aufgrund deiner Rezension gekauft und muss sagen: DU HATTEST RECHT. Absolut spannend bis zur letzten Seite. Ich habe mir gerade ein anderes Werk von Jiliane Hoffmann besorgt: Cupido. War auch ein Tipp von dir und ich werde sicher die ganze Reihe lesen!

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