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John Grisham – Das Fest


Es war Ende September, als ich beim Einkaufen ziemlich erschrak: die Lebkuchen hatten Einzug in die Warenauflage der Supermärkte gehalten. Es waren noch gut drei Monate bis Weihnachten!!! Ich musste an eine Kollegin denken, die mal meinte, sie kaufe Lebkuchen immer, sobald sie in die Märkte kommen. An Weihnachten könne sie sie dann meistens nicht mehr sehen, aber wenn sie erst zur eigentlich „richtigen“ Zeit die Leckereien kaufe, seien diese schon hart und wären nicht mehr genießbar. Diese Empfindung ist nicht verwunderlich beginnt doch scheinbar die besinnliche Zeit heutzutage kurz nach dem Sommerurlaub.

Luther und Nora werden zum ersten Mal alleine Weihnachten feiern. Ihre Tochter macht sich auf den Weg ins Ausland zum Friedenskorps und wird erst in einem Jahr wieder zurückkommen. Die Vorstellung, dieses Jahr nicht im Kreis der Familie das „Fest der Liebe“ zu feiern, fühlt sich seltsam an. Als Luther dann auch  noch berechnet, dass sie normalerweise 9% seines Bruttojahreslohnes in Weihnachten investieren, vergeht ihm die Lust am Feiern noch mehr. Nach einem Besuch im Reisebüro beschließt er, dass Weihnachten dieses Jahr anders verlaufen wird.

Er bucht eine 10-tägige Kreuzfahrt in die Karibik! Seine Frau ist begeistert. Gemeinsam beschließen sie auf Diät zu gehen, um eine strandtaugliche Figur präsentieren zu können. In der Steuerkanzlei, in der Luther arbeitet, wird er teilweise sogar als Held gefeiert: dem Weihnachtsstress entgehen, sich in der Zeit sogar entspannen und dabei auch noch Geld sparen. In seiner Nachbarschaft stoßen die Pläne jedoch auf totales Unverständnis und wem sie nun alles entgegentreten müssen, um ihren Plan Weihnachten komplett ausfallen zu lassen, haben sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht vorstellen können.

„Das Fest“ ist eine urkomische Lektüre über den Sinn- und Unsinn des Ausmaßes, mit dem wir heutzutage das Weihnachtsfest bestreiten. So sehr, wie der Autor es sonst schafft, einen mit seinen Krimis vor Spannung nach Luft schnappen zu lassen, tut er es mit dieser Posse auch – jedoch in dem Fall vor Lachen.

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