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Jonas Jonasson – Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

In der Schule fand ich das Geschichtsfach immer sehr interessant. Was mich aber oft störte war der Umstand, dass viele Epochen bis zur Unendlichkeit wiederholt, während andere nahezu außer Acht gelassen wurden. Gerade diese Wiederkäuerthemen langweilten mich dann doch irgendwann. Tatsächlich: man hat zum 100. Mal die Römer durchgekaut oder den 1. und 2. Weltkrieg aber so spannend konnte es nicht mal der beste Lehrer rüberbringen, dass man nicht zwangsläufig dachte: „Ja ja, diese alte Kamelle hab ich jetzt schon zum x. Mal gehört!“ Aber ist es denn wirklich so eine alte Kamelle? Immerhin sind einige dieser großen geschichtlichen Ereignisse noch nicht allzu lange her und wenn man Glück hat(te), konnte man sogar in seinen Großeltern noch echte Zeitzeugen finden.

Das wird einem besonders in Jonassons vorliegendem Werk bewusst.

Es ist der 2. Mai 2005 und Allan Karlsson beschießt, die Feier zu seinem 100. Geburtstag im Altenheim zu schwänzen. Seine Betreuerin nervt, der Schnaps wird einem ständig weggenommen und überhaupt hat er keine Lust auf dieses Lebensfreude raubende Heim. Also steigt er aus dem Fenster und macht sich auf den Weg zum nahe gelegenen Reisezentrum, um sich eine Fahrkarte in ein „neues“ Leben zu kaufen!

Mit seinem Ausbruch sorgt er nicht nur für viel Wirbel im Altenheim, wo Polizei, Stadtrat und Altenbetreuer innerhalb kürzester Zeit sein Verschwinden entdecken und sich sofort auf die Suche nach dem vermeintlich verwirrten, armen alten Mann machen. Auch ein junger Mann macht sich auf die Suche nach ihm, da Allan das Reisezentrum unerlaubt mit dessen Koffer verlassen hat, in der Hoffnung dort Wechselkleidung für sich selbst zu finden. In Wirklichkeit jedoch, war der Koffer gefüllt mit einigen Millionen schwedischen Kronen.

Die Kettenreaktion geht los: zum einen startet das Abenteuer des 100 Jahre alten Allan, bei dem er viele neue Leute kennen lernt. Zum anderen wird man in Rückblenden zurückgeführt an die wichtigsten Ereignisse des letzten Jahrhunderts. Der an sich absolut unpolitisch motivierte Allan hat nämlich in seiner Vergangenheit als ehemaliger Sprengstoffexperte Bekanntschaft gemacht mit einigen der wichtigsten Protagonisten des letzten Jahrhunderts: Stalin, Truman, Churchhill und Charles de Gaulle sind nur ein paar derer, denen er persönlich die Hand geschüttelt hat.

„Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ war eher ein Spontankauf. Ich konnte mich aus einer Vielzahl Bücher nicht entscheiden, so dass ich eine Freundin entscheiden ließ. Die Innovation der Thematik ließ sie dieses Werk wählen und ich danke ihr vielmals dafür. Ja, sie hatte Recht: dieses Werk ist anders als viele andere und es macht einen auf eine sehr amüsante, schöne und gleichzeitig spannende Weise bewusst wie viele der großen historischen Ereignisse, die wir in der Schule rauf und runter hörten in gerade mal den letzten 100 Jahren geschehen sind und wie viele wichtige Persönlichkeiten unsere Großeltern, ja teilweise sogar noch unsere Eltern erlebt haben.

Ich kann nur sagen, lest dieses Buch! Begleitet Allan und seine Freunde durch Vergangenheit und Gegenwart und habt ein paar wirklich kurzweilige Lesestunden.

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1 Kommentar

  1. Papa Noni
    Papa Noni 11. April 2013

    Das Buch habe ich auch sehr gerne gelesen, es ist in unserem Lesezirkel sehr begehrt. Sehr unterhaltsam, sehr komische Situationen, spannend, macht aber auch nachdenklich.

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