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Julia Heilmann, Thomas Lindemann – Kinderkacke

Ich sah das Buch bei einer Freundin auf dem Tisch liegen und war vom Titel sofort wie gebannt. Unsere Kinder spielten gerade seit zwei Minuten (halbwegs) friedlich vor sich hin und ich schnappte es mir gleich – es sollte genau den Klappentext lang dauern, bis der nächste Streit um den Legozug mich wieder ins „Hier und Jetzt“ zurückholte. Es hat jedoch gereicht. „Das ehrliche Elternbuch“ wollte ich sofort anfangen zu lesen.

Ich durfte es mir ausleihen und fing auch noch am selben Tag an zu lesen. Eine der ersten Geschichten ließ mich bereits vor lauter Schnappatmung regelrecht an Luftarmut leiden.  Da wird erzählt, wie das Kind eines Freundes heftig an die Badezimmertür klopfte, während dieser versuchte, bei abgesperrter Tür mal in Ruhe eine Sitzung zu halten. Der kleine Nachwuchs jedoch dachte, seine Mutter sei darin und ohne die ging gerade gar nichts. Selbst lautstarkes Beteuern des Vaters, die Mutter sei nicht im Bad, konnte die Kleine nicht überzeugen, deshalb wurde weder das Klopfen eingestellt, noch endete das Schreien nach „Mama“.

Gott, kam mir diese Szene bekannt vor! Es brauchte bestimmt 10 Anläufe, bevor ich die Seite meinem Mann vorlesen konnte, ohne dass mir vor lauter Lachen die Tränen kamen. Unsere Kleine saß neben mir, sah mich nur mit großen Augen an und fragte: „Mama weint???“

Auch wenn es jetzt für Viele irritierend ist, wenn meine Meinung nun etwas schwankt: aber der Mittelteil hatte leider eine etwas drückende Wirkung auf mich. Plötzlich wirkte alles Beschriebene eher frustrierend: keine Zeit für Freunde, keine Zeit für die Beziehung, keine Zeit für sich selbst….

Ich war kurz davor das Buch zur Seite zu legen, bis es gegen Ende doch wieder an humoristischer Fahrt aufnahm und mir ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern konnte.

„Kinderkacke“ ist ehrlich und erzählt wirklich einige witzige Stories – einmal erzählt aus der Perspektive des Mannes und einmal aus der der Frau. Trotz allem kann ich Euch hier leider kein absolut klares Urteil geben, denn ich darf den Missmut über den Mittelpart nicht außer Acht lassen. Wenn Euch das nicht schocken kann, dann lohnt es sich die trotzdem, das Buch zu lesen und sich lediglich an den Schmunzelgeschichten zu erheitern.

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3 Comments

  1. Daniel
    Daniel 12. Februar 2013

    Hallo Pamina,
    da ich selbst eine kleine Tochter habe, kann ich mir die oben beschriebene „Aktion“ mit dem Badezimmer gut vorstellen. Das Buch klingt wirklich interessant und obwohl ich nicht gerade die größte Leseratte bin, werde ich es mir das Buch vielleicht mal bei Gelegenheit besorgen.
    Gruß, Daniel

  2. Julia
    Julia 14. Februar 2013

    Der Titel klingt ja schon vielversprechend und ungewöhnlich ehrlich. Wenn das Buch mehr von diesen alltäglichen Geschichten wie dem Badezimmer liefert, ist es für mich definitiv einen Blick wert.

  3. Pamina
    Pamina 16. Februar 2013

    Hallo Julia und Daniel,

    Es hat durchaus noch die eine oder andere Geschichte zu bieten und spricht viel wahres an. Ich wünsch Euch viel Spass bei der Lektüre und würde mich freuen, wenn ihr mir erzählen würdet, wie Eure Meinung dann zu dem Buch ist.

    Viele Grüsse
    Pamina

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