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Karen Rose – Das Lächeln Deines Mörders


Nach Perfektion zu streben ist ein hohes Ziel vieler Menschen. Der Begriff steht für die absolute Beherrschung einer Fertigkeit, die höchste Vollendung von etwas durchaus Erreichbarem. Ein Perfektionist ist also jemand, der demnach der ungeschlagener Meister in etwas sein möchte und vieles dafür in Kauf nimmt. Um dies zu erreichen, ist ein hohes Maß an Disziplin, Genauigkeit und Eifer notwendig. Umso lästiger empfinde ich es daher, wenn man das Gefühl bekommt, es gäbe Menschen, die alleine durch ihre Geburt perfekt seien und alles was sie tun, perfekt beherrschen. Gerade die Nicht-Perfektion im Streben danach macht den Mensch sogar oft gerade deshalb liebenswert.

Der gutaussehende Agent Thatcher könnte gerade nicht mehr Probleme haben. Sein kleinster Sohn ist seit einer Entführung traumatisiert, seine Tante möchte ihn nach Jahren des Witwerseins wieder unter die Haube bringen, ein grausamer Leichenfund und das weitere Verschwinden eines Mädchens lassen darauf schließen, dass ein Serienkiller sein Unwesen treibt und nun rutschen auch noch die schulischen Leistungen seines großen Sohnes dramatisch ab. Wie gut, dass er sich der Hilfe dessen Lehrerin gewiss sein kann! Glücklicherweise ist die noch dazu sexy, intelligent, strebsam und an ihre Ideale glaubend. Selbst die böswilligen Schülerstreiche, die ihr gespielt werden, weil sie den Star Quarterback der Schule aufgrund schlechter schulischer Leistungen von den Spielen suspendiert, nimmt sie trotzig in Kauf! Ihr brauner Gurt in Karate wird sie schon vor schlimmeren Übergriffen schützen.

Die Zwei verfallen einander von der ersten Sekunde an und obwohl man eigentlich gerne mehr von den Ermittlungen der mittlerweile zwei toten Mädchen erfahren möchte, muss man sich durch haufenweise „Ich will Dich, aber ich darf dich nicht wollen“ quälen. Ein Polizist aus einem anderen Staat beteiligt sich an den Ermittlungen. Er ist sicher, den Täter zu kennen. Bei einer früheren Mordserie mit ähnlicher Vorgehensweise musste der mutmaßliche Täter aufgrund eines Formfehlers frei gelassen werden. Danach verschwand die Familie von der Bildfläche und er hofft, sie nun dort wieder zu finden und den Täter endlich dingfest machen zu können. Auch er verfällt dem Charme der sexy Lehrerin Dr. – auf den Titel legt sie besonderen Wert – Jenna Marshall. Nun wird das Ganze noch durch aberwitzige Eifersuchtsszenen komplettiert.

„Das Lächeln Deines Mörders“ ist definitiv verzichtbar, wenn man einen guten Thriller lesen will. Möchte man wenig kriminalistische – gepaart mit viel billiger sexueller – Spannung, dann kann man sich dieses Buch gerne an den Strand mitnehmen. Sollte Sand, Wasser und zuviel Sonnenschein das Werk dann unleserlich machen, muss man sich wenigstens keine Gedanken mehr darum machen, ob man diesen seichten 600 Seiten Baumzerstörer wirklich noch mal mit nach Hause schleppt, wo man ihn womöglich sogar noch mal ins Regal stellt.

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