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Luca di Fulvio – Der junge, der Träume schenkte

Nach dem Lesen eines Buches bin ich immer neugierig und habe mir auch die Meinung anderer Rezensenten durchgelesen. Das Buch polarisiert sehr stark. Die einen loben das Werk in den Himmel, die anderen zerreißen es vom Schreibstil bis hin zur Kritik, dass der Titel nicht zum Inhalt passt.

New York 1909: die sehr junge Cetta kommt gemeinsam mit ihrem kleinen Sohn mit dem Schiff in der neuen Welt an. Sie verließ ihre Heimat Italien, um dort ihrem unausweichlichen Schicksal der Leibeigenschaft zu entfliehen und ein neues Leben zu beginnen. Neu ist es zwar schon, aber nicht so wie erwartet. Das Leben in der Lower East Side der damaligen Zeit ist hart, die Kriminalität – gerade die von Gangs – steht auf der Tagesordnung. Trotzdem versucht sie ihrem Sohn ein normales Leben zu erarbeiten.

Dieser ist ein cleveres Kerlchen, der seine eigene „Gang“ gründet, die jedoch mit dem Kopf arbeitet und nicht mit Muskeln oder Gewalt. Dieses Motto setzt er konsequent um und schafft es dabei, die Menschen von sich zu überzeugen. Nur bei einer scheint er zu scheitern: bei der kleinen Ruth, der er als Teenie das Leben gerettet hat und von der er von Anfang an davon überzeugt ist, dass sie sein Schicksal ist.

Durch Zufall bin ich über „Der Junge, der Träume schenkte“ gestolpert, doch im Nachhinein glaube ich, es war Schicksal, dass ich dieses tolle Buch aus einem Impuls heraus gekauft habe. Ich finde die Protagonisten fesselnd – sowohl positiv, als auch negativ. Die Guten schleichen sich ebenso schnell ins Herz, wie man die „Bösen“ verdammt. Auch wenn mich einige Szenen wegen ihrer Gewalt und brutalen Sexszenen etwas entsetzt haben, so kann man sich auch gut vorstellen, dass es sich im Amerika der 20er Jahre genauso abgespielt haben muss. Solche Bücher sind bei mir immer hoch im Kurs – ein Roman, der einem das Zeitgefühl der beschriebenen Epoche vermittelt.

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