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Lucinda Riley – Das Orchideenhaus

Für mich haben Orchideen eine besondere Bedeutung. Ich fand sie immer schon wunderschön, geheimnisvoll und mit ihrer Vielfältigkeit einen Garanten für abwechslungsreiche Farbenpracht. Ich war – und bin – so ein Fan von ihnen, dass sogar mein Brautstrauß damals aus Orchideen gesteckt und die Hochzeitstorte mit Orchideenblüten aus Marzipan verziert war. Für mich stehen Arten dieser Gewächse für Liebe, Treue, Vertrauen und Beständigkeit. Daher hat mich sehr interessiert, wofür Rileys „Orchideenhaus“ steht und siehe da, so unterschiedlich scheinen wir diese Pflanze wohl nicht zu interpretieren.

Julia Forresters Leben ist durch einen schweren Schicksalsschlag, bei dem sie Mann und Kind verloren hat, aus den Fugen geraten. Ihre Schwester holt sie aus Frankreich zurück in ihre Heimat Norfolk, um ihr durch die schwere Zeit zu helfen.

Die Suche nach einem Geburtstagsgeschenk für ihren Vater, bringt die zwei Schwestern zurück nach Wharton Park, wo ihre Großeltern lange Zeit angestellt waren und gelebt haben. Teile des Anwesens werden gerade vom Erben – Kit Crawford – versteigert. Nach dem Tod seiner Tante kann dieser den Unterhalt für den gesamten Besitz nicht mehr aufbringen, die darauf lastenden Schulden nicht tilgen und muss sich davon trennen.

Nur das Gärtnercottage in dem Julias Großeltern lebten sowie das Gewächshaus, in dem ihr Großvater hauptsächlich Orchideen gezüchtet hat, will er behalten und selbst bewohnen.

Bei den Renovierungsarbeiten findet er ein altes Tagebuch, von dem er annimmt, es sei von Julias Großvater und übergibt es ihr als Erinnerung. Diese nimmt es mit zu ihrer Großmutter, der es beim Anblick des Buches erstmal die Sprache verschlägt. Als sie wieder die Fassung gewinnt, überwindet sie sich und erzählt Julia die Geschichte, die hinter die Fassade von Wharton Park, den Crawfords und ihren Großeltern blickt – die Geschichte zum Buch.

Die Erzählung ist eine Zeitreise in die Vergangenheit ab dem Jahr 1939, als Julias Großmutter als junges Mädchen Angestellte in Wharton Park war und Zofe der letzten Lady Crawford – Kits gerade verstorbener Tante – wurde. England stand kurz davor, gegen Deutschland in den Krieg zu ziehen, Entscheidungen mussten getroffen werden, auf Abschiede musste sich vorbereitet werden. Doch kann man unter solchen Umständen wirklich die richtigen Entscheidungen treffen?

Die Erzählung, die Julia nun von ihrer Großmutter nach und nach erfährt, macht die Vergangenheit wieder lebendig. Die Geschichte ist die zweier Familien – ihrer eigenen und die der Crawfords – die durch Krieg, Liebe, Sehnsucht und Schmerz auch noch große Einflüsse auf die Gegenwart haben. Lange verschwiegen, wird durch den Fund des Buches ein Geheimnis gelüftet, das schon lange ans Licht gehört.

Doch inwiefern beeinflusst es jetzt noch Julias Leben?

„Das Orchideenhaus“ ist ein großartiger Roman, der einen in zwei wunderbare, eng miteinander verschlungene Welten entführt. Es zeigt, dass Vergangenheit nie wirklich nur Vergangenheit ist, sondern sie bildet die Gegenwart – zusammengesetzt aus Millionen Mosaiksteinen Erfahrung, Erlebnis und Handeln. Liebe, Gefühle, Drama, Angst und Sehnsucht – alles wird einem geboten und ich persönlich konnte die eine oder andere Krokodilsträne und so manchen tiefen Schluchzer an einigen Stellen nicht vermeiden.

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