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Maeve Binchy – Die irische Signora

Aidan ist Ehemann, Vater zweier Töchter und Lehrer. Seine Frau spricht so gut wie nicht mehr mit ihm, seine zwei Töchter nehmen ihn schon lange nicht mehr ernst und  seine Hoffnung, den freiwerdenden Posten des Rektors an seiner Schule übernehmen zu können, wird ihm ebenso genommen. Die Stelle wird ausgerechnet an den Kollegen vergeben, den Aidan für den unfähigsten hält. Nun bleibt ihm nur noch die Liebe zu Italien. Vom neuen Rektor – so blöd Aidan ihn auch findet – erhält er die Erlaubnis, abends in der Schule einen Italienischkurs für Erwachsene abhalten zu dürfen.

Nora O´Donoghue ist Irin, doch lebt  sie seit vielen Jahren in Italien, wo sie nur die „Signora“ genannt wird. Sie zog damals von Irland nach Sizilien, um ihrer großen Liebe nahe zu bleiben. Dieser musste aber seine ihm versprochene Braut heiraten. Nora wohnt dort direkt neben ihm und seiner Familie. Ihr jahrelanges Verhältnis ist ein offenes Geheimnis in dem Ort. Nach seinem plötzlichen Tod geht die Signora dann wieder zurück in ihre Heimat.

Wieder „zu Hause“ fühlt sie sich erstmal fremd. Alles hat sich verändert, sie kennt keinen Menschen mehr und hat keinen Job. Man kann es Zufall nennen oder Schicksal, aber sie erfährt von dem Abendkurs, den Aidan in der Schule geben möchte und bewirbt sich dort erfolgreich als Italienischlehrerin.

Mit dem Start des Abendkurses treten Aidan und die Signora in den Hintergrund – irgendwie. Sie verschwinden nicht von der Bildfläche, aber im Fokus stehen nun nach und nach die einzelnen Kursteilnehmer, die und deren Leben nacheinander vorgestellt werden. Wie und warum sind sie zu dem Kurs gekommen? Inwiefern verändert der Kurs das Leben der Gruppe? Welchen Einfluss haben Aidan, die Signora und die Sprachschule auf jeden einzelnen?

Sieht es am Anfang danach aus, dass jedes der Schicksale eigentlich gar nichts mit dem vorangegangenen zu tun hat, verstrickt sich jeder Handlungsstrang dann doch wieder mit Nora und Aidan.

Es ist sehr interessant zu sehen, wie es Maeve Binchy in „Die irische Signora“ schafft, so viele unterschiedliche Charaktere parallel darzustellen und sie am Ende gleichzeitig doch so geschickt miteinander zu verflechten, dass sich letztendlich ein rundes Bild über eine Gemeinschaft ergibt.

Es ist eine wunderschöne Lektüre über viele verschiedene Schicksale, deren Leben maßgeblich durch das gleiche Erlebnis beeinflusst werden: dem Italienisch-Kurs zweier Iren, deren einzige noch verbleibende Freude, Liebe und Leidenschaft Italien ist – oder doch nicht die Einzige?

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