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Marc Levy – Solange du da bist

„Amor sieht bekanntlich schlecht, und mein Freund hier bekommt immerzu eins mit dem Blindenstock übergezogen, so was bleibt nicht ohne Folgen.“

Ein wundervoller Satz!

Mit diesen Worten liefert Paul seinen Freund und Geschäftspartner Arthur ins Krankenhaus ein, um ihn untersuchen zu lassen. Er ist fest davon überzeugt, dass dieser einen Hirntumor hat. Arthur behauptet nämlich steif und fest, er führe keine Selbstgespräche, sondern unterhalte sich mit Lauren, der Frau die er in seinem Wandschrank gefunden hat und die ihn davon überzeugt hat, dass er der Einzige sei, der sie sehen, hören und berühren könne.

Arthur konnte es anfänglich selber nicht glauben, doch die für alle anderen unsichtbare Frau hat ihm glaubhaft bewiesen, dass sie seine im Koma liegende Vermieterin ist. Die zuerst unfreiwillig eingegangene Beziehung zwischen den beiden vertieft sich mit der Zeit immer mehr und die zwei verlieben sich ineinander. Doch plötzlich wird die Lage ernst: die Ärzte wollen Laurens Mutter überreden, ihre Tochter endlich gehen, sie sterben zu lassen, hat sich ihr Zustand doch seit etlicher Zeit nicht gebessert.

Kann Arthur sie bzw. ihre Seele rechtzeitig retten? Und wie soll er das anstellen, hat er doch keinerlei Befugnisse, über Laurens Leben eine Entscheidung zu treffen.

„Solange du da bist“ ist

  • witzig, weil die Vorstellung eines Mannes, der sich in die umherwandelnde Seele seiner im Koma liegenden Vermieterin verliebt, allein schon urkomisch ist.
  • romantisch, weil eine Liebe – aufgebaut auf einer Grenzen überwindenden Seelenverwandtschaft – genau der Stoff ist, von dem kleine Mädchenherzen träumen
  • tiefgründig, weil es die bedingungslose Liebe einer Mutter zu ihren Kind beschreibt, die nun auch noch über Leben und Tod des eigenen Fleisch und Blutes entscheiden muss. Eine  Mutter sollte einfach nicht die eigenen Kinder zu Grabe tragen müssen.
  • zum Nachdenken anregend, weil die Frage der Fragen aufgeworfen wird: Gibt es eine Seele? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Und was würde ich mir wünschen im Falle eines Komas? Wie soll sich meine Familie im Falle einer unheilbaren Krankheit bzw. bei Notwendigkeit lebenserhaltender Maßnahmen verhalten.

„Solange du da bist“ ist einfach ein wundervoller Roman über das Leben, die Liebe und die Freundschaft, der jedes Wort zu lesen wert ist.

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