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Margaret Atwood – Der lange Traum

Ein sehr ungewöhnliches Buch. Ich habe sehr lange darüber nachgedacht, wie ich meine Meinung darüber formulieren soll. Letztendlich bin ich mir darüber immer noch nicht ganz im Klaren. Irgendwie passiert nicht viel, denkt man. Aber trotzdem geht es um eine Menge.

Eine Frau macht sich mit Ihrem Liebhaber und einem befreundeten Pärchen auf die Suche nach Ihrem Vater, der seit einiger Zeit verschwunden ist. Dafür kehrt sie zurück auf die einsame Insel, auf der sie Ihre Kindheit verbracht hat. Im Gegensatz zu Ihrem aktuellen Lebensstil in der Stadt, ist das Leben dort sehr ursprünglich: es gibt keine Kanalisation, das Essen kommt aus dem Garten, der Fisch aus dem See, die Wärme vom brennenden Holz im Kamin.

Im Laufe des Buches fragt man sich schnell, wie die Vier dazu kommen, sich als „Freunde“ zu bezeichnen. Solche Freunde möchte ich persönlich nicht mal als schlimmste Feinde haben.

Am Ende wird die Fahrt eher zu einer Selbstfindungsreise der Hauptprotagonistin, die schlussendlich alleine auf der Insel zurückbleibt.

Das Ende wird schwer greifbar, etwas skurril, aber in seiner Skurrilität wieder interessant.
Faszinierender als die Geschichte an sich ist die bildliche Sprache. Man kann sich die ganze Insel, die Tiere, die Umgebung vorstellen und wird komplett in dieses andere Leben, die Gedanken und Gefühle der Frau hineingezogen.
„Ein langer Traum“ ist kein Buch, das man mal so nebenbei lesen kann. Es fordert die ganze Konzentration, möchte man wirklich verstehen, was alles in der Handlung passiert. Doch es ist Zeit, die sich definitiv lohnt.

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