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Matthias Weigold – Sieben Briefe von Liebe und Tod

Seinem Vorwort gibt Weigold den Titel: „Das Vermächtnis“, in dem er den Leser schon mal auf das Nachfolgende einstimmt: „….Autoren erfinden Geschichten und schreiben sie nieder. […] Aber manchmal gibt es Geschichten, die sich ihrem Autor entziehen, um richtig erzählt zu werden. So ist es mir ergangen. Ich wollte die Geschichte einer Liebe erzählen, die über den Tod hinausreicht, […]. Doch wie ich es auch begann, wie ich es drehte und wendete, die Geschichte fügte sich nicht. Zuletzt erkannte ich, dass es daran lag, dass eine Figur in den Mittelpunkt der Ereignisse gestellt werden wollte, auf die mich einzulassen ich nicht wagte. […]“

Ein sehr mysteriöser Einstieg, wie ich fand. Ich war neugierig geworden, da der Klappentext eigentlich ein nicht wirklich neues Thema offenbarte. Ich lasse mich ja aber immer gern vom Positiven überzeugen.

Der erfolgreiche Fernsehproduzent „erstklassiger“ Trashsendungen, Gabriel Olsen, trifft am Flughafen den Bruder seiner Ex-Freundin wieder. Statt sich, wie er selbst, freudig überrascht zu geben, reagiert dieser jedoch sehr erbost über das zufällige Treffen und wirft ihm sogar vor, für den Tod seiner Schwester verantwortlich zu sein.

Tage später beschäftigt Gabriel immer noch dieses Wiedersehen und die Reaktion des Anderen und er fängt an zu recherchieren. Warum wurde ihm der Tod der Ex-Freundin, Mirén, vorgeworfen? Er macht sich auf die Suche nach seinen alten Weggefährten, mit denen Mirén und er gemeinsam als äußerst erfolgreiche Theatergruppe durch die Welt zogen.

Doch auch hier widerfährt ihm zunächst keine freudige Wiedersehensfreude. Zu groß ist der Ärger der alten Kollegen über sein damaliges Verhalten. Gabriel verließ damals die Gruppe ohne ein Wort – nur durch einen kurzen Brief an Mirén lässt er die Gemeinschaft wissen, dass er sie alle – inklusive seiner Freundin – verlässt, um seinen eigenen Weg zu gehen.

Plötzlich führerlos geworden, beginnt der Anfang vom Ende und die Truppe geht ihrem persönlichen sowie beruflichen Untergang entgegen, der mit Miréns Tod seinen Höhepunkt findet.

Doch was davon ist wirklich Gabriels Schuld? Kann er die Dämonen seiner Vergangenheit bekämpfen? Kann er seinen Seelenfrieden, wie auch den der alten Weggefährten wieder herstellen?

Abgesehen vom Inhalt ist das wirklich Schöne an der Erzählung – sozusagen das Tüpfelchen auf dem „i“ – die Perspektive, auf die Weigold ja bereits in seiner Einleitung vorbereitet.

„Sieben Briefe von Liebe und Tod“ zieht einen auf seine ganz eigene Weise in seinen Bann. Voller Gefühl, Empathie und einer detailreichen Beobachtungsgabe führt es den Leser durch eine wunderbare Geschichte. Wie Weigold schon schreibt „…die Geschichte einer Liebe…, die über den Tod hinausreicht…“ Manchmal beschreibt er seine Beobachtungen etwas zu detailliert, wodurch man auch mal ein wenig abschaltet oder einfach mal den einen oder anderen Absatz überfliegt. Aber der Autor hat es durchaus geschafft, ein altes Thema äußerst innovativ aufzuarbeiten.

1 Kommentar

  1. Sven
    Sven 21. September 2012

    Hallo Pamina,

    ich bin ein absoluter Matthias Weigold Fan, weshalb es mich natürlich gefreut hat, dass du über eines seiner Werke bloggst. Ich kann nur jedem empfehlen, wenigstens ein Buch dieses tollen Autors zu lesen.

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