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Monika Peetz – Die Dienstagsfrauen

Die Gründe zum Pilgern können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Meistens hat es religiöse Gründe, warum sich der Pilger – was übersetzt soviel bedeutet wie der Fremdling – auf den Weg zu einem Wallfahrtsort macht: das Ableisten einer auferlegten Buße, Sündenerlass, die Hoffnung, dass sich ein Gebet erhört wird oder die Hoffnung auf Heilung von einer schweren Krankheit. Lediglich in Norwegen anno 1537 barg das Pilgern lebensbedrohliche Gefahren. In dem Jahr nahm das Land den Protestantismus an und pilgern wurde unter Androhung der Todesstrafe verboten. Davon abgesehen gibt es lediglich positive Erfahrungsberichte, die Menschen nach ihren Pilgerfahrten zu erzählen haben. Die meisten beschreiben einen Prozess, wie sie durch das Erlebnis endlich zu sich selbst und eine ganz besondere Erfüllung gefunden zu haben.

Was haben eine vierfache Mutter und Vollblut-Hausfrau, eine erfolgreiche Anwältin, eine reiche Society-Lady, eine Dramaqueen und eine ausgeflippte, immer noch nach dem durchschlagenden Erfolg suchende Designerin gemeinsam? Prinzipiell nichts, im Falle der Dienstagsfrauen jedoch eine harmonische 15-jährige Freundschaft! Vor so vielen Jahren lernten sich diese unterschiedlichen Frauen bei einem Französischkurs kennen, der eigentlich keiner von ihnen groß etwas gebracht hat – außer ihre Bekanntschaft. Über all die Zeit hinweg trafen sie sich regelmäßig jeden ersten Dienstag im Monat – immer im gleichen Restaurant, immer am gleichen Tisch, bereits schon fast zum Inventar des Lokals gehörend.

Nach dem Tod ihres Mannes beschließt Dramaqueen Judith die Strecke, die ihr Mann vor seinem Tod nach Lourdes gepilgert ist, nachzuwandern, um ihm noch mal nahe zu sein.

Die Freundinnen, die sowieso gerade in der Planung ihres gemeinsamen Jahresausfluges stecken, beschließen kurzerhand sie zu begleiten. Schon bald wird klar, dass mit dem Tagebuch in dem die genaue Marschroute notiert sein soll, etwas nicht stimmt. Doch was genau ist das Geheimnis? Und werden es wirklich alle bis nach Lourdes schaffen – sowohl körperlich, als auch psychisch? Die Stille des Wanderns, die Besinnung auf sich selbst, die Herausforderung der dauerhaften körperlichen Belastung durch das stetige Gehen konfrontiert die Frauen schnell mit sich selbst und ihren Problemen, als auch mit ihren Beziehungen zueinander. Kann das gut gehen?

„Die Dienstagsfrauen“ ist ein wunderbarer, sehr witziger Roman über Freundschaften und Beziehungen, der auf sehr witzige Weise daran erinnert, dass man die lieb gewonnenen Menschen in seinem Umfeld nie als selbstverständlich hinnehmen darf und dass man bei allem Stress im Alltag auch immer wieder mal auf sich selbst und seine Bedürfnisse hören sollte. Meiner Meinung nach ein absolutes Muss im Bücherschrank!

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