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Moritz Netenjakob – Macho Man


Fragt man eine Frau, wie der Mann ihres Lebens sein soll, werden 89% sinngemäß das Gleiche sagen: sie wollen einen sensiblen, emotionalen Mann; einen, der seine Zeit nur mit ihnen und der Familie verbringen will; einen, der auch mal wie ein Schlosshund heulend mit ihnen eine Schnulze anschaut. Sie wollen aber auch einen hartgesottenen Terminatortypen, der sie im Notfall gegen alles und jeden mit äußerster Härte verteidigt; einen, der dann zur „coolsten Sau“ der Stadt wird.

Kurz gesagt: sie wollen ein Mach-Ei, eine Mischung aus Macho und Weichei. Doch, liebe Frauen, mal ehrlich: ich glaube, da erwarten wir wirklich die Eier legende Wollmilchsau.

Wir sind ja auch keine Mischungen aus Lady Gaga und Anna Netrebko – durchgeknallter Pop gemischt mit klassischem Sopran.

Daniel Hagenberger gehört definitiv der Kategorie Weichei an. An ihm ist an sich nichts wirklich cool – außer vielleicht sein Job in einer hippen, Kölner Kreativagentur.

Mit seinem besten Freund redet er am liebsten in einer Imitation von Udo Lindenberg oder Rainer Calmund – allerdings nie über persönliche oder emotionale Themen. Die Erziehung seiner Eltern war immer geprägt von Respekt, Höflichkeit und übertriebener „political correctness“. In seinem Kopf wägt er immer mit einer imaginären Alice Schwarzer ab, ob er sich nun vielleicht frauen- oder ausländerfeindlich oder einfach unhöflich verhält.

Als er seinen besten Freund in der Türkei besucht, wo dieser gerade als Animateur arbeitet, lernt er seine Traumfrau kennen – Aylin: eine in Köln lebende Türkin, die ebenfalls gerade dort in der Hotelanlage arbeitet.

Durch sie bzw. ihre Familie lernt er ein ganz neues Weltbild kennen – richtige Männer reden durchaus über ihre Gefühle, zeigen Emotionen und Tränen. Sie lassen sich aber ebenfalls von ihren Frauen bedienen und erwarten einen gewissen Gehorsam, denn der Mann ist immer noch der Chef im Haus.

Doch ist es das, was ihn und Aylin wirklich glücklich macht???

Netenjakobs „Macho Man“ schenkt einem einen sehr vergnüglichen Nachmittag. Die kulturellen Unterschiede und daraus entstehenden Missverständnisse entlocken einem einen Lacher nach dem nächsten. Der leichte, einfache und anschauliche Schreibstil lässt sich dem Leser das Ganze absolut lebhaft vorstellen.

 

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