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N. Jamet / M-A. Le Pezennec – Dolmen…. Vergessen sollst du nie

„Dolmen“! „Menhire“! Ich muss mich outen! Ich konnte mit diesen Begriffen nichts anfangen, als ich das Buch aus dem Bücherregal nahm! Für diejenigen, denen es auch so geht, möchte ich hier Vorarbeit leisten. Obelix trug auf seinem Rücken einen eben solchen – einen Menhir – auch genannt Hinkelstein. Es handelt sich hierbei um einen Stein, der höher als breit ist. Wörtlich übersetzt heißt es „maen“ = Stein, „hir“ = lang; also „langer Stein. Die Bezeichnung kommt ursprünglich aus dem Bretonischen. Es gibt Menhire, die sind bis zu 8 Meter hoch. Bauwerke aus mehreren Menhiren sind so genannte „Dolmen“ – aus dem bretonischen als „Steintisch“ übersetzt. Hierbei handelt es sich um tischähnliche Konstrukte, bei denen die Vermutung nahe liegt, dass es sich um Grabstätten gehandelt haben könnte. Da es solche Dolmen jedoch auch in Kulturen gab, deren Tote mit Feuerbestattungen „auf die Reise geschickt wurden“, ist noch eine andere Interpretation  möglich: nämlich, dass es ein Veranstaltungs- und Versammlungsort war, der erst später zu einer Grabstätte umfunktioniert wurde.

Eigentlich sollte es der glücklichste Tag ihres Lebens werden, doch dann findet Marie eine blutige Möwe in ihrem Hochzeitsschleier. Dummes Pech oder muss sie es als dunkles Vorzeichen ansehen, als das es die Legenden auf ihrer Heimatinsel vor der bretonischen Insel weissagen?

Es ist tatsächlich ein böses Omen, in dem Marie scheinbar eine zentrale Rolle zu spielen scheint: kurz darauf wird ihr Bruder ermordet – mit einer eindeutig drohenden Nachricht an sie in der Hand – und einer der Menhire an der Küste beginnt symbolträchtig …zu bluten.

Doch kann das sein? Als Polizistin glaubt Marie nicht an Übernatürliches und macht sich auf die Suche nach dem Mörder ihres Bruders. Der ihr entgegenschlagende Missmut der Insulaner über ihre Ermittlungen ist ihr unbegreiflich. Scheinbar will niemand den Täter stellen. Umso mehr wollen scheinbar alle auf der Insel Marie loswerden, ja machen sie sogar persönlich für die auftretende Mordserie verantwortlich, denn ihr Bruder soll nicht das letzte Opfer gewesen sein. Selbst ihr Verlobter hat kein Verständnis für ihr Verhalten und der aus Paris eingetroffene Ermittler, dessen Spezialität Ritualverbrechen sind, will sie ebenfalls nicht an den Ermittlungen beteiligen.

Gelingt es Marie am Ende doch die Geschehnisse auf ihrer Heimatinsel zu klären – auch ohne sich zu sehr von dem Rest der am Leben gebliebenen Familie zu entfernen?

Ich hatte ehrlich gesagt Vorbehalte gegen „Dolmen …nie sollst du vergessen“! Sie waren absolut ungerechtfertigt! Obwohl man sich am Anfang etwas schwer tut, die vielen Beteiligten unter einen Hut zu bekommen und familiär zuzuordnen, zieht einen das Buch dann sehr schnell in seinen Bann. Bis zur letzten Seite schafften es die Autorinnen immer wieder, den Leser ins Grübeln darüber zu bringen, wer der Täter sein könnte und kommen mit einer überraschenden Wendung nach der nächsten um die Ecke. Absolut genial…

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