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Nicholas Sparks – Weit wie das Meer


Mit einer Flaschenpost verbinde ich überwiegend romantische Assoziationen: vor langer Zeit wurden zwei Liebende voneinander getrennt. Er auf See, sie daheim wartend, sich vor Sehnsucht nach ihm verzehrend und auf eine Nachricht von ihm wartend. Auf hoher See hatte er dann keine andere Möglichkeit als eine Nachricht fest verschlossen in einer Flasche ins Meer zu werfen in der Hoffnung, dass sie auch wirklich an den richtigen Strand zu seiner Liebsten ankommt. In der Wissenschaft hat die Flaschenpost jedoch auch die wichtige Funktion Daten über Meeresströmungen zu liefern. Dabei wird eine Flasche mit einem Zettel, auf dem die exakten Daten der Einwurfstelle ins Meer stehen, sowie eine Aufforderung in mehreren Sprachen enthält, diesen Zettel beim hydrografischen Institut des jeweiligen Landes abzugeben.

Bei einem Ausflug an den Strand macht Theresa den ungewöhnlichen Fund einer Flaschenpost. Beim Lesen des Briefes wird sie so sehr ergriffen, dass sie weinen muss – tief berührt durch die tiefen Gefühle, die der Verfasser des Briefes an (s)eine scheinbar tote oder verschwundene Frau schreibt. Auch ihre Chefin, die Herausgeberin einer Bostoner Zeitung, ist überwältigt von der Schönheit der Worte. Sie überredet Theresa, die normalerweise „nur“ Kolumnen schreibt, den Brief mit falschem Namen zu veröffentlichen. Nach anfänglichem Zögern stimmt Theresa zu und erhält umwerfende Reaktionen ihrer Leser. Jeder wird von dem Brief gefangen oder sogar zu Tränen gerührt. Es meldet sich sogar eine Frau, die vor einiger Zeit schon mal einen Brief des Verfassers gefunden hat. Neugierig geworden, recherchiert Theresa weiter und stößt auf einen Dritten. Jeder der Briefe zeugt von tiefen Emotionen und Theresa kann nur noch daran denken den Verfasser namens Garrett kennen zu lernen. Sie macht sich auf die Suche und wie es der Zufall – oder das Schicksal – so will, findet sie ihn und kann sogar seine Bekanntschaft machen. Die beiden gehen zusammen Segeln und verstehen sich blendend. Sie treffen sich wieder und er erzählt ihr von seiner Vergangenheit. Nur wie soll Theresa nun erklären, dass ihr erstes Treffen kein Zufall war? Dass ihr seine Vergangenheit schon bekannt ist? Dass seine Vergangenheit sie überhaupt erst zu ihm gebracht hat?

„Weit wie das Meer“ ist ein wunderschöner Roman über tiefe Gefühle, den Sinn des Lebens und die Übermacht des Schicksals. Hinsetzen, lesen, sich vertiefen und nach der letzten Seite aus einer tollen Geschichte und einigen Gefühlswallungen wieder in die Realität zurückkehren.

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