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Ralf Husmann – Nicht mein Tag

Auch wenn ich die Figur des Strombergs ziemlich daneben finde, entlockt mir die Sendung doch immer wieder einen ungewollten Lacher, der mich leider zugeben lassen muss, dass die Serie durchaus ihren Witz hat. Dafür jedoch meine Hochachtung vor Christof Maria Herbst, der den Stromberg so überzeugend ätzend spielt, dass man sich immer wieder vergegenwärtigen muss, dass nicht er selbst so zum Kotzen ist, sondern seine Rolle. Ich hoffe zumindest, dass dem so ist, denn persönlich kenne ich ihn ja nicht. Als ich nun das Buch „Nicht mein Tag“ geliehen bekam und sah, dass es vom Autor besagter Serie ist, wurde ich neugierig, vor allem als ich dann auch die Kurzbewertung auf dem Buchrücken las: „Hoffnungslos lustig“. Ich war gespannt.

Till Reiners ist der typische Spießer: Bankangestellter, ziemlich humorlos, mit wenig Selbstbewusstsein ausgestattet und weit davon entfernt zu fluchen, aufzumucken oder mal etwas Anrüchiges – geschweige denn Unkonventionelles oder Verbotenes – zu tun. Er fühlt sich schon sehr verwegen, als er eines Abends versucht, mit seiner Frau auf der Couch nach langer Zeit mal wieder Sex zu haben, nachdem der Sohn endlich ins Bett gebracht worden war.

Am nächsten Tag jedoch gerät sein Leben deutlich aus den Fugen. Gerade noch versucht er die Aufmerksamkeit seiner sexy, wenn auch strohdummen Kollegin auf sich zu lenken, als die Bank überfallen wird. In einer kurzen Vision sieht er sich als Held, der sich die Frau seiner heimlichen Tagträume hingibt und er geht freiwillig mit dem Bankräuber mit, der nach der Erbeutung des Geldes und dem Hören einer Polizeisirene ein Fluchtauto braucht.

Los geht eine absolut abstruse Flucht, in der Till mal ängstlich an seine Zukunft denkt oder sich in einer plötzlichen Rebellion gegen sein bisheriges Leben als Freund des Verbrechers fühlt.

„Nicht mein Tag“ ist tatsächlich hoffnungslos, allerdings hab ich das „lustig“ aus der Buchrückenbewertung schmerzlich vermisst. Es ist eine lächerlich, abstruse Aneinanderreihung der klassischen Klischees über spießige Bankangestellte gepaart mit denen des unterschichtigen Machoaufschneiders – leider nicht sehr witzig aufbereitet.

Lieber Herr Husmann, bitte konzentrieren Sie sich weiterhin an „Stromberg“ und vergeuden Ihre Zeit nicht mit minderwertigen Ablenkungsprojekten.

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