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Sebastian Fitzek – Das Kind


Das altgriechische Wort „Hypnos“, was übersetzt soviel wie „Schlaf“ bedeutet, ist der Ursprung des Begriffes „Hypnose“. Unter der Hypnose versteht man das Erreichen eines schlafähnlichen, tief entspannten – also tranceähnlichen – Zustandes. Diese Form der geänderten Aufmerksamkeit wird mitunter in der Psychotherapie verwendet, um beispielsweise verdrängte, traumatische Erlebnisse aufzuarbeiten. Hierbei wird versucht, den Hypnotisand – also den zu hypnotisierenden – in frühere Lebensabschnitte, wie z.B. die Kindheit, zurückzuführen. Hierbei spricht man von einer hypnotischen Regression oder auch Regressionshypnose. Die Wirkungsweise der Therapie ist allerdings unter den Experten der Psychologie, als auch der Psychiatrie stark umstritten, da bis dato nicht geklärt werden konnte, inwieweit bei einer erfolgreichen Hypnose reale Erinnerungen von unter Umständen während der Sitzungen suggerierten Pseudoerinnerungen unterschieden werden kann.

Einen Schritt weiter als die Regressionshypnose geht die spirituelle Hypnose, die den Probanten sogar in frühere Leben zurückführen soll.

An so einer rückführenden Hypnose hat der todkranke Simon an seinem 10. Geburtstag teilgenommen. Die Erinnerungen, die ihm jedoch dadurch wieder ins Bewusstsein kommen, belasten den kleinen Jungen schwer und er bittet seine Krankenschwester um Hilfe. Ihrem Ex-Freund – einem Berliner Strafverteidiger – Robert Stern, gesteht der kleine Junge, in einem früheren Leben einen Menschen ermordet zu haben. Zunächst glaubt der Anwalt an einen schlechten Scherz, doch  das Lachen vergeht ihm schnell, als er an dem beschriebenen Ort tatsächlich eine Leiche findet, die bereits seit 15 Jahren dort liegt. Damit noch nicht am Ende, erinnert sich Simon plötzlich an immer weitere Verbrechen, die er begangen haben soll und für die er nun gerade stehen will.

Ist dies nicht schon schwer genug, dies der Polizei begreiflich zu machen, gerät Stern plötzlich selbst ins Fadenkreuz und wird erpresst. Sein damals nur ein paar Tage alter Sohn, der augenscheinlich am Kindstod gestorben war, soll am Leben sein. Wenn er ihn jedoch wieder sehen will, muss er dem Erpresser Rede und Antwort über Simons Wissen geben.

„Das Kind“ fängt – mit einem sehr interessanten Thema – unglaublich spannend – an, mündet dann in das schauerliche Milieu der Pädophilie ein, das mich vor Grauen fast abbrechen ließ und endet zu guter Letzt mit wahnsinniger Spannung und einem absolut unerwarteten Ende.

Simon Jäger verdient meine volle Hochachtung für diese Lesung. Er erzeugte einen Schauer nach dem nächsten und ließ mir vor Grauen buchstäblich das Blut in den Adern gefrieren.

1 Kommentar

  1. Caro
    Caro 29. April 2013

    Hey!
    Vielen vielen Dank für die kleine Rezension zu „Das Kind“. Jetzt weiß ich was ich als nächstes lesen werde.
    Habe vor kurzem „der Nachtwandler“ von Fitzek verschlungen bzw. angehört. Auch sehr empfehlenswert!!!

    Grüße

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