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Sidney Sheldon – Zeit der Vergeltung

Jeder kennt eine Person aus seiner Vergangenheit, der man – sagen wir – nicht unbedingt nur das Beste wünscht. Ich glaube, niemand kann von sich behaupten, noch nie an Rache gedacht zu haben. Doch die Wenigsten geben diesem Gefühl nach, sondern versuchen, über den Dingen zu stehen und ihr Leben weiter zu leben.

Sidney Sheldons Hauptprotagonistin jedoch holt sich ihre Rache, ohne dabei auf illegale Mittel zurückzugreifen.

Die PR-Managerin Leslie Stewart bekommt die Aufgabe die Wahlkampagne des smarten Politikers Oliver Russell wieder in Gang zu bringen. Dieser hatte aufgrund privater Unstimmigkeiten seinen Geldgeber – sowie dadurch auch – einen Großteil seiner Sympathiepunkte verloren. Sie versucht alles, seine politische Talfahrt mit den geringen zur Verfügung stehenden Mitteln aufzuhalten. Zunächst ist ihre Ambition rein beruflich, doch bald fördert sie nicht nur den Kunden, sondern auch ihren Liebhaber. Sie kann ihr Glück kaum fassen, als Oliver sie sogar bittet, seine Frau zu werden.

Doch plötzlich bricht ihre Welt auseinander! Aus der Zeitung erfährt sie, dass Olivers Reise nach Paris keine geschäftlichen Gründe hatte, sondern dass er dort seine Ex-Freundin – die Tochter seines ehemaligen Geldgebers – geheiratet hat.

Sein Wahlkampf nimmt nun – nicht mehr von ihr betreut – wieder an Fahrt auf und er wird tatsächlich zum Gouverneur bzw. im weiteren Verlauf seiner Karriere auch zum Präsident der Vereinigten Staaten gewählt.

Leslie jedoch hat diese Demütigung nicht vergessen und war ebenfalls nicht untätig. Reichlich Geschick, eine riesige Portion Glück, ein Quäntchen Schicksal und enorm viel harte Arbeit haben sie eine erfolgreiche Unternehmerin im Verlagsgeschäft der gesamten USA werden lassen. Die Tageszeitung als meinungsbildendes Medium schafft ihr die Plattform, unermüdlich die seltsamen Begebenheiten aus dem Umfeld des Präsidenten öffentlich kund zu tun.

Kann Oliver mit all dem Geld seines Schwiegervaters sein Ansehen halten und sich gegen Leslies Attacken wehren? Und kann Leslie – nur getrieben von dem Gedanken an Rache – bei ihren Publikationen wirklich noch objektiv bleiben?

„Zeit der Vergeltung“ ist ein Krimi, bei dem kein Mord im Vordergrund steht und trotzdem so spannend ist, dass die Nerven zum Bersten gespannt sind. Man fängt an zu lesen, fühlt – als Frau besonders – mit Leslie, kann ihren Wunsch nach Rache so verstehen und fiebert einfach dem Ende entgegen. Lohnt sich der Wunsch nach Vergeltung als Strafe für verschmähe Liebe wirklich oder wäre es doch richtig, einfach über den Dingen zu stehen, Männer einfach Männer sein zu lassen und sich weiter auf die Suche nach „Mr. Right zu machen“?

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