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Simon Beckett – Flammenbrut

Die Möglichkeit einer künstlichen Befruchtung sollte eigentlich Frauen vorbehalten sein, die Probleme haben, Kinder zu bekommen bzw. deren Männer zeugungsunfähig sind.

Allerdings weitet sich der Trend weiter aus, sodass auch Single-Frauen sich so ihren Kinderwunsch erfüllen.

Wie sieht jedoch die moralische Seite aus?

Muss eine Frau, die Mr. Right nicht findet oder aufgrund früherer Erfahrungen mit Männern auch gar nicht finden will, auch den Wunsch auf ein eigenes Kind damit begraben?

Wie sieht die Angelegenheit aus der Perspektive der Kinder – später mal – aus?

Was soll man ihnen erzählen? Die Wahrheit: „Du bist nicht aus Liebe gezeugt, sondern durch eine Pipette, in der das Sperma deines mir unbekannten Vaters in mich gespritzt wurde“?

Alleine die Thematik hat mich mal wieder sehr interessiert und so war ich gespannt, wie Beckett in seinem Krimi „Flammenbrut“ damit spielt.

Kate Powells letzte Beziehung liegt schon einige Zeit zurück. Um die unschöne Trennung zu verarbeiten, stürzt sie sich in die Arbeit. Im Grunde ist sie mit ihrem Leben soweit auch zufrieden. Doch dann wird ihr bewusst, dass es doch etwas gibt, was sie sich wünscht: ein Kind – aber bitte ohne Mann.

Sie informiert sich über die Möglichkeiten einer künstlichen Befruchtung, allerdings ist sie mit einer anonymen Samenspende aufgrund ihrer vorausgegangenen Erfahrung mit Männern nicht sehr glücklich. Sie möchte etwas über den Mann wissen, von dem ihr Kind die Hälfte seines Erbgutes erhält  Daher macht sie sich per Annonce in einem medizinischen Fachblatt auf die Suche nach einem geeigneten Spender.

Nach einiger Zeit meldet sich ein gewisser Dr. Alex Turner, der sich als Spender anbieten würde. Die beiden werden sich einig und Kate lässt sich künstlich befruchten. Turner verschwindet danach jedoch nicht gleich, sondern die beiden bleiben in Kontakt und kommen sich sogar näher.

Ist dies jedoch die richtige Entscheidung? War es nicht genau das, was Kate nicht wollte? Eine neue Beziehung! Oder gibt es vielleicht doch etwas, was Kate bei der Überprüfung seiner Angaben ganz zu Anfang übersehen hat? Welche Auswirkungen hat das auf ihr gemeinsames Kind?

Die eigentliche Spannung von „Flammenbrut“ kommt erst etwas später im Buch. Vorher muss man sich eine Zeitlang mit harmlosem einleitenden Geplänkel begnügen. Doch typisch für Beckett zieht einen dann das Thema, gepaart mit der nun einsetzenden Dramatik, unglaublich stark in seinen Bann und braucht dafür nicht mal viel Blut, Brutalität oder dramatische Verfolgungsjagden.

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