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Simon Beckett – Voyeur

Ich bin ein Mensch, der nicht intrigieren kann. Ich bin immer ganz sprachlos, wenn mir Freunde oder Bekannte Geschichten erzählen, in denen sie selbst oder andere Personen aus ihrem Umfeld durch Intrigen anderer gedemütigt wurden. Solche Aktionen machen mich wütend, bin ich doch jemand der frei nach dem Motto lebt: „Leben und Leben lassen“ und weiter kommt, wer Leistung (oder in der Liebe das richtige Gefühl) zeigt. Ich werde daher zur rasenden Wildsau, wenn gerade die größten Deppen weiterkommen, weil sie durch Intrigen die wirklich „Guten“ ausgebootet haben.

Donald Ramsey ist Galerist in London und ein sehr emotionsloser Typ. Mit seinen Mitmenschen kann er wenig anfangen. Er ist ein Einzelgänger, der sich nur an der Kunst erfreuen kann.

Das Ganze ändert sich, als er ein Interesse an seiner Assistentin entwickelt, die ihm jedoch kurz darauf eröffnet, mit ihrem Freund in die USA auszuwandern. Um dies zu verhindern, engagiert er einen zwielichtigen Bekannten, der für Geld so gut wie alles tut – auch eben, Donalds Plan auszuführen, die zwei auseinander zu bringen. Ihre Intrige klappt nur leider nicht ganz so wie geplant, denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Die Geschichte entwickelt eine Eigendynamik, die zu Anfangs keiner erwartet hat. Kann das alles noch ein gutes Ende nehmen?

Dieser Krimi ist mal ganz anders. Alleine die Erzählform in der ICH- Perspektive des Übeltäters Donald ist nicht sehr häufig gebraucht. Nutzen viele Autoren die ICH-Form, um gerade viel Emotion des Hauptprotagonisten zu vermitteln, bekommt man durch die komplett unemotionale Hauptperson doch so gar nichts an Gefühlswelt mit und gerade so entwickelt dieser Krimi eine unglaubliche Spannung. Man erlebt kalt und rational das Schmieden einer äußerst komplexen und perfiden Intrige, deren Drama sich jedoch nicht planmäßig entfaltet, um dann ihren Höhepunkt auf eine ganz andere Art zu finden.

„Der Voyeur“ ist ein Krimi, der ohne viel Versteckspiel oder glorreiche Polizeihelden besticht. Man wird zwar nicht von einem Spannungsbogen zum nächsten gezogen und doch lässt einen das Buch nicht los, weil man unbedingt wissen will, was sich Donald und sein windiger Geselle noch ausdenken, um möglichst an ihr Ziel zu gelangen.

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