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Tess Gerritsen – Kalte Herzen

Eine Umfrage ergab, dass 80% aller Deutschen eine Organspende befürworten vorausgesetzt der Hirntod des potentiellen Spenders ist einwandfrei diagnostiziert. Dies ist eine beachtliche Zahl; beeindruckend und auch erfreulich. Leben wir doch in einer Zeit, in der die moderne Wissenschaft es nicht selten ermöglicht, trotz schwerer Krankheit ein zweites Leben durch Transplantation geschenkt zu bekommen.

Schade nur, dass von diesen 80% nur 17% einen Organspendeausweis bei sich tragen, der regelt, ob nach dem Tod Organe gespendet werden dürfen und wenn ja, welche.

Erschreckend macht diese Diskrepanz am eigentlichen und dokumentierten Willen v.a. das Wissen, dass in 2009 rund 4.000 Organe an neue Empfänger transplantiert wurden – 12.000 jedoch wären benötigt worden. Im Schnitt sterben täglich 3 Menschen aufgrund akuten Organspendermangels.

Man kann sich die Verzweiflung dieser Menschen oder deren Angehörigen vorstellen, die auf der Warteliste stehen: zu wissen, dass es medizinisch möglich wäre, noch viele Jahre zu leben, und nur durch subjektiv falsch formulierte Gesetze die Zeit ergebnislos durch die Finger rinnt.

Es ist nachvollziehbar, dass diese Menschen sich nach allen Möglichkeiten umsehen, an das lebenserhaltende Organ zu kommen.

Leider weckt Verzweiflung oft kriminelle Energien und so floriert der Organhandel in all seinen furchtbaren Erscheinungsformen.

Vor diesem Problem scheint auch Abby DiMatteo zu stehen. Sie ist Ärztin aus Leidenschaft, geprägt von Ihrer Vergangenheit, will sie diese Menschen retten. Ehrgeizig verfolgt sie ihr Ziel, zu einer der besten Chirurginnen zu werden.  Das erkennt auch das Transplantationsteam und will sie zu sich ins Boot holen. Doch als sie dem jungen 17 jährigen Josh ein Spenderherz einpflanzt statt – wie von der Krankenhausverwaltung gewünscht – der reichen 60-jährigen Nina Voss, zieht sie den Zorn des gesamten Teams auf sich. Schlimmer noch als der Zorn des Teams ist die unbändige Wut des einflussreichen Ehemannes, der umgehend Konsequenzen fordert.

Plötzlich hagelt es eine Klage nach der anderen gegen Abbey. Ehemalige Patienten und deren Angehörige machen ihr einen gotresken Vorwurf nach dem nächsten. Nur schwer kann sie sich einer Suspendierung entziehen. Sie versucht wie gewohnt weiter ihrem Beruf nachzugehen. Es ist klar, dass Nina Voss Ehemann dahinter steckt. Umso erschrockener ist sie, als sie ein paar Tage später wieder im OP steht, um ein Spenderherz in Nina Voss zu transplantieren. Wie konnte so schnell ein neues, passendes Spenderorgan für die Frau gefunden werden? Und sollte sie es überhaupt wagen, die Operation durch zu führen?

Doch wie passt alles zusammen? Und welche Rolle spielt das Transplantationsteam dabei?

„Kalte Herzen“ ist mal wieder ein typischer Gerritsen, auch wenn er nicht zur Rizzoli-Reihe gehört: nehmen, anfangen, nicht mehr aufhören können. Die Augenringe, aufgrund der durchgelesenen Nächte sind in diesem Fall hinzunehmende Schönheitsfehler.

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