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Tracy Hogg / Melinda Blau – Babyflüsterer Lernen Sie die Sprache Ihres Kindes verstehen


Als Neu-Mama will man alles richtig machen. Aber wer sagt einem was richtig ist??? Die Urlaubsvertretung meiner Hebamme sagte mir: „Verlassen Sie sich auf Ihren Mutterinstinkt!“ Aber verdammt, was heißt das bitte eigentlich??? Habt Ihr schon mal eine Fremdsprache in 2 Wochen zu sprechen und zu verstehen gelernt? Eben nicht! Genauso ist es mit dem Mutterinstinkt. Man muss erstmal lernen, darauf zu hören und das zu verstehen.

Ich war daher sehr dankbar, als ich das Buch „Babyflüsterer“ entdeckte. Ich versprach mir den Crashkurs in „Babyisch“. Was will mir mein Kind mit welcher Geste sagen, was kann es in welchem Alter und was muss ich in welcher Situation tun, um eine gute Mama zu sein.

Anstelle dessen wurde jedoch ein spezielles Kinderprogramm mit dem Namen  E.A.S.I. aufgestellt – ein starrer Tagesablauf indem sich Essen, Schlafen, Wickeln, spielen und die persönliche Zeit für die Mutter tabellarisch und fest gefügt aufbaut.

Das Buch hat mich an Erzählungen meiner Mutter aus meiner Babyzeit erinnert: „Bei uns hieß es damals (also vor über 30 Jahren), ein Kind muss alle 3 Stunden gestillt werden. Hat es vorher Hunger, hat es Pech und muss eben schreien. Schläft es, dann wird es geweckt. Hat es keinen Hunger, wird es solange angelegt bis es trinkt oder es muss eben weitere 3 Stunden warten, bis es wieder etwas bekommt“. Nein, danke! So hat mich meine Mutter letztendlich nicht aufgezogen und DAS wollte ich für unser Baby nun wirklich auch nicht.

Mein Kind soll essen, wenn es Hunger hat – auch wenn das phasenweise zur Folge hatte, im 90-Minuten-Rhythmus die „Baby-Tankstelle“ zu öffnen *Ächz*. Auch schlafen soll unser Kind wenn es müde ist. Schlaf soll Erholung sein und Spaß machen. Ein geregelter Tagesablauf hat sich irgendwann von selbst eingestellt. Das Bett sollte nicht zu einem Kampfplatz elterlicher Autorität stilisiert werden, sondern lieber den Gedanken auslösen: „Juhu, endlich wieder einen erfolgreichen Tag hinter mich gebracht. Jetzt gibt es erstmal eine angenehme Verschnaufpause.“

Wer also glaubt, durch den „Babyflüsterer“ ein ähnliches Einfühlungsvermögen für sein Baby zu erhalten, wie R. Redford in seinem Film „Der Pferdeflüsterer“ bei Pferden, dürfte schnell ziemlich enttäuscht sein und das Buch – so wie ich nach nur ein paar Seiten – weg legen, um es nie mehr anzufassen.

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