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Wolfgang Hohlbein – Das Paulus-Evangelium (gekürzte Fassung)


Wenn ich täglich meinen Computer hochfahre, bin ich froh ihn 5 Minuten später auch nutzen zu können und er dann auch funktioniert. Bei meinem Mann vertrete ich die These, sämtliche Technik habe offenbar ein persönliches Problem mit mir und hat sich gegen mich verschworen…, anders kann ich mir die ganzen Missgeschicke gar nicht mehr erklären, die mir mit dem „Wunder der Technik“ so tagein tagaus so passieren. Das ging sogar schon so weit, dass ich mit Hilfe einer Tastenkombination die gesamte Bildfläche auf den Kopf gedreht habe und unsere IT-Abteilung mir zunächst nicht helfen wollte, weil sie dachten, ich würde sie mit einem blöden Screensaver auf den Arm nehmen wollen. Meine volle – ja, was ist es eigentlich? – Bewunderung(?) – gilt daher Leuten, die die Computersprache sprechen, wie mit der Muttermilch eingesaugt und diese auch noch gezielt einsetzen können.

Marc und Guido gehören zu diesem Typus. Computer sind ihr Leben und sie probieren alles Mögliche dabei aus – unter anderem dringen sie in andere Systeme ein. Bei einem ihrer gemeinsamen Versuche schaffen sie es sogar tatsächlich, sich über das Stromnetz in die Systeme des Vatikans zu hacken.

Sie laden Dateien mit 3D Simulationen herunter, die sie zunächst nicht wirklich verstehen, die sie aber unmittelbar in Lebensgefahr bringen. Der Vatikan hat nämlich – entgegen ihrer Vermutung – durchaus bemerkt, dass sich jemand Zugriff in ihre Computer verschafft hat. Anders als Marc und Guido wissen die Beteiligten auch sehr wohl, was die Simulationen zu bedeuten haben. Sie bergen ein Geheimnis, welches die gesamte Kirche in ihren Grundfesten erschüttern könnte, sollte es ans Tageslicht kommen. Jeder, der auch nur im Entferntesten von diesen Dateien erfahren hat können, soll zum Schweigen gebracht werden. Da die zwei euphorischen Hacker die Filme auf einer Party vorführen, geraten alle Anwesenden der Feier ins Fadenkreuz.

Wer steht auf der Liste? Wer kann sich retten? Und wer ist wirklich der, der er vorgibt zu sein?

Alleine die gekürzte Fassung von „Das Paulus-Evangelium“ ist ein sehr spannendes Hörbuch. Die super gewählte musikalische Untermalung passt perfekt und gibt dem Ganzen noch einen zusätzlichen Nervenkitzel, die Sascha Rotermund mit seiner Lesung schon erzielt. Ich gebe anderen Kritikern Recht, dass vieles ein wenig an der Realität vorbeigeht – so z.B., dass es einfach nicht möglich ist, sich über das Stromnetz in einen Computer zu hacken, der nicht mal Internet hat. Aber ganz ehrlich: Computernieten wie mir scheint auch so etwas möglich zu sein. Da es ansonsten aber sehr gut geschrieben – und gelesen ist, genieße ich in diesem Fall den Kitzel der Spannung und sehe über ein paar realistische Unmöglichkeiten hinweg. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass das Buch sehr lesenswert sein dürfe.

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